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Michael Frontzeck schaffte mit 96 den Klassenerhalt © Imago

Der bisherige Interimscoach Michael Frontzeck unterschreibt einen neuen Vertrag bei Hannover 96. Auch Sportdirektor Dirk Dufner bleibt.

Belohnung für Michael Frontzeck, letzte Chance für Dirk Dufner:

Fünf Tage nach dem Klassenerhalt hat Präsident Martin Kind bei Hannover 96 die personellen Weichen für die Zukunft gestellt. Der bisherige Interimscoach Frontzeck erhält einen regulären Kontrakt bis 2017, der umstrittene Sportdirektor darf seinen noch bis 2016 laufenden Vertrag erfüllen.

Das teilte der Verein mit und bestätigte damit eine entsprechende Meldung von SPORT1.

"Erfolgreiche Arbeit geleistet"

"Michael Frontzeck hat erfolgreiche Arbeit geleistet. Deswegen wollen wir die Zusammenarbeit mit ihm fortführen. Er hat die Mannschaft hervorragend eingestellt und motiviert, er verkörpert Begeisterung und Ehrgeiz", sagte Kind.

Frontzeck hatte die Niedersachsen am 21. April von seinem glücklosen Vorgänger Tayfun Korkut quasi als Feuerwehrmann übernommen und mit einem 2:1-Sieg am letzten Spieltag gegen den SC Freiburg zum Klassenerhalt geführt. Co-Trainer des Ex-Profis bleibt Jan-Moritz Lichte.

Kind hatte den 51-Jährigen immer als ersten Ansprechpartner klassifiziert, aber auch Verhandlungen mit anderen Kandidaten geführt. Mit Thorsten Fink, der am Donnerstag bei Austria Wien unterschrieb, gab es allerdings ebenso keine Einigung wie mit Andre Breitenreiter, derzeit noch Coach beim Bundesliga-Absteiger SC Paderborn.

Dufner bleibt trotz Kritik

Weit überraschender als die Übereinkunft mit Frontzeck war die Entscheidung von Kind, den in die Schusslinie der Kritik geratenen Dufner im Amt zu belassen.

Der Unternehmer selbst hatte am Saisonende öffentlich von Stagnation gesprochen und damit die Arbeit seines Sportdirektors kritisiert. Besonders gegen die Transferpolitik des 47-Jährigen hatte es erhebliche Vorbehalte gegeben. So gilt der Transfer des Spaniers Joselu als Flop, der teure Torjäger kam in der entscheidenden Schlussphase der Saison überhaupt nicht mehr zum Einsatz.

Stindl bringt nur drei Millionen

Angekreidet wurde Dufner auch, dass 96-Kapitän Lars Stindl den Verein für eine festgeschriebene Ablösesumme von nur drei Millionen Euro zu Borussia Mönchengladbach verlassen durfte. Mittelfristig erwartet Kind, der seit 1997 mit einer kurzen Unterbrechung an der Vereinsspitze steht, dass die Roten sich wieder im Bundesliga-Mittelfeld etablieren - mit freier Sicht auf die Europa League.

In diesem Wettbewerb hatten die Hannoveraner in der Saison 2011/2012 für Furore gesorgt und waren bis ins Viertelfinale vorgestoßen. Seine beiden Führungskräfte forderte Kind am Donnerstag umgehend zu verstärkten Bemühungen auf: "Die anstehenden Entscheidungen für die Zusammenstellung der Mannschaft besitzen nun oberste Priorität. "

Das erste Training für die neue Spielzeit wurde bereits für den 24. Juni angesetzt. 

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