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München - SPORT1-Experte Peter Neururer wirft Schalke 04 im Umgang mit der derzeitigen Krise blinden Aktionismus vor. Sportvorstand Horst Heldt müsse Konsequenzen ziehen.

Peter Neururer hat Schalke 04 im Umgang mit der derzeitigen Krise blinden Aktionismus vorgeworfen und Sportvorstand Horst Heldt einen Rücktritt nahegelegt.

"Platz fünf oder sechs ist für Schalke mit diesen Ansprüchen und Gehältern überhaupt nicht vertretbar", sagte der SPORT1-Experte.

"Von daher müssen diejenigen die immer die falschen Entscheidungen treffen - und das ist in diesem Fall nun mal Horst Heldt, der einen Trainer nach dem anderen entlässt und Spieler verpflichtet, die plötzlich nicht das bringen, was man erwartet hat - Konsequenzen ziehen", so Neururer weiter.

"Blinder Aktionismus"

Heldts Maßnahme, nach der Niederlage in Köln Sidney Sam und Kevin-Prince Boateng zu entlassen und Marco Höger einer Woche nach seiner Suspendierung wieder zu begnadigen, stößt beim 60-Jährigen auf wenig Verständnis.

FUSSBALL: 2. BUNDESLIGA 89/90, SCHALKE 04 - WATTENSCHEID
Peter Neururer trainierte 1989 den FC Schalke 04 in der 2. Bundesliga © Getty Images

"Das ist eine Linie, die man auf Schalke nicht durchziehen kann. Wenn man das tut, ist das nichts weiter als blinder Aktionismus. Und das bringt Schalke 04 mit Sicherheit keine Sympathien."

Heldt ist neben Klubboss Clemens Tönnies auch bei den Fans der Hauptverantwortliche für die Misere.

Die "169 cm Inkompetenz", wie ein Spruchband am Samstag unverhohlen Kritik übte, erregt die Gemüter der Anhäger.

Di Matteo hat sich zu Schalke bekannt

Aber auch Trainer Roberto di Matteo ist schon lange nicht mehr unumstritten. Zu Recht, wie Neururer findet: "Di Matteo hat die Mannschaft nicht zusammengestellt, aber er wusste, wozu diese Mannschaft imstande ist und welche Ziele ausgegeben wurden. Insofern hat er sich mit seiner Unterschrift zu Schalke 04 und den dortigen Begebenheiten bekannt."

Nach der Entlassung von Vorgänger Jens Keller kam di Matteo als Heilsbringer auf Schalke, unter anderem mit der Empfehlung des Champions-League-Siegs 2013 im Gepäck. Ein Fortschritt, sowohl spielerisch als auch ergebnistechnisch, ist allerdings kaum auszumachen.

Verängstigung auf Schalke

"Wenn man das alles mit einbezieht ist der Vergleich mit Jens Keller, egal ob der Fußball schön war oder nicht, ein Vergleich den man im Sinne von di Matteo besser nicht zieht. Denn unter Keller hatte Schalke Erfolg und hat die vorgegebenen Ziele erreicht", fasst Neururer zusammen.

Die immer größer werdende Wut der Fans aufgrund der derzeitigen Entwicklung kann der ehemalige Schalke-Coach sehr gut nachvollziehen: "Auf Schalke lebt man Fußball, aber was man da im Augenblick im Stadion sieht ist nicht Leidenschaft, sondern Verängstigung."

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