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München - Für SPORT1-Experte Thomas Berthold kommt die Entlassung des Schalker Cheftrainers nicht überraschend. Mit Manager Horst Heldt geht er hart ins Gericht.

Hallo Fußball-Freunde,

das Ende von Roberto di Matteo auf Schalke war für mich abzusehen.

Fünfter, Sechster oder Siebter - der Platz, auf dem Schalke letztlich in der Abschlusstabelle gelandet ist, spielte dabei keine Rolle.

Der Fußball, der in den letzten Wochen gespielt wurde, in Relation zu den hohen Ansprüchen, die auf Schalke herrschen und dem teuren Kader - da konnte es nur noch eine Entscheidung geben.

Mit di Matteo hätte man niemals in die neue Saison gehen können. Sein Bonus war bei den Fans längst verbraucht.

Gerade die letzten beiden Auftritte vor der Sommerpause gegen Paderborn und in Hamburg waren erschreckend. Und der letzte Eindruck ist immer der, der bleibt, auch bei den Entscheidungsträgern.

Bei der Verpflichtung von di Matteo hat sich Schalke meiner Meinung nach auch ein wenig vom Flair des großen Klubs, des FC Chelsea blenden lassen. Man wollte jemanden haben, der schon mal mit großen Stars gearbeitet hat.

Aber allzu viel Trainererfahrung hatte di Matteo letztlich nicht vorzuweisen. Der Triumph in der Champions League mit dem FC Chelsea 2012 war vor allem der Verdienst von Vorgänger Villas-Boas. Und in der darauffolgenden Saison wurde er nach drei Monaten entlassen. Zuvor war er in der Schweiz tätig, wo er auch für seinen defensiven Fußball bekannt war.

Im Zusammenhang mit der Personalie di Matteo stellt sich natürlich auch die die grundsätzliche Frage nach der Zukunft von Horst Heldt.

Er hat das Ganze zu verantworten. Es ist nun mal sein Job, Mannschaft und Trainerteam zusammenzustellen.

Wer auch immer auf Schalke in der neuen Saison in der Verantwortung steht, die Baustellen sind zahlreich.

Man muss mal der Realität ins Auge blicken. Ein kompletter personeller Neuanfang ist gar nicht möglich. Wie will man denn die teuren Spieler loswerden? Für die gibt es gar keinen Markt.

Und das gilt nicht nur für Kevin-Prince Boateng.

Dabei müsste Schalke aber auch unbedingt Spieler verpflichten: jemand der auf der Acht oder der Sechs spielen und mit dem Ball umgehen kann, wird für den Speilaufbau dringend benötigt.

Auf der Trainerbank braucht Schalke auf jeden Fall endlich mal wieder eine starke Persönlichkeit, einen starken Trainer, der klare Vorstellungen von der fußballerischen Ausrichtung hat. Aber so ein Coach ist schwer zu bekommen, so einen will jeder.

Spannend werden in dieser Woche die Relegationsduelle zwischen dem HSV und dem KSC.

Meiner Meinung nach haben die Hamburger aber alle Karten in der Hand. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass der Erstligist in der Relegation über zwei Spiele leichte Vorteile hat.

Bis zum nächsten Mal, Euer Thomas Berthold

Thomas Berthold nahm als Spieler an drei Weltmeisterschaften teil und krönte seine Karriere mit dem WM-Titel 1990 in Italien. In der Bundesliga war er für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart aktiv. Zudem lief er in der Serie A für Hellas Verona und AS Rom auf. Der ehemalige Manager von Fortuna Düsseldorf schreibt als Kolumnist für SPORT1.

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