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Die SPORT1-Meinung zum 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga © SPORT1 mit Getty

München - Der FC Bayern schleppt sich auf dem Zahnfleisch Richtung Barcelona. Ausgerechnet der SC Paderborn darf den Münchnern als Vorbild dienen.

Gewiss, der FC Bayern ist schon Deutscher Meister; gewiss, Trainer Pep Guardiola hat in Leverkusen einige Spieler geschont. Und dennoch: Dieser Samstag lässt Schlimmes befürchten für die Halbfinalduelle mit dem FC Barcelona.

Da lässt Barca beim 8:0 in Cordoba die Muskeln spielen. Und die Bayern? Verlieren 0:2.

Die Niederlage ist zwar eher zu verschmerzen als das Aus im Halbfinale des DFB-Pokals am Dienstag gegen Borussia Dortmund inklusive Elfmeterspott.

Doch das Bild, das die Münchner abgeben, macht wenig Hoffnung.

Ein Lazarett von Verletzten, das aus den Nähten quillt, ein ramponiertes Selbstvertrauen und müde Stars mit hängenden Köpfen: Der stolze FC Bayern pfeift ausgerechnet vor einem der wichtigsten Spiele der Saison aus dem letzten Loch.

Wer trägt die Verantwortung für die vermaledeite Situation? Guardiola und eine fehlgeschlagene Trainingssteuerung? Die medizinische Abteilung? Oder ein Fußball-Gott, der die Spieler wie nach Lust und Laune dahinrafft? Müßig.

Fakt ist: Die Münchner schleppen sich auf dem Zahnfleisch die 1300 Kilometer zum Hinspiel am Mittwoch.

Gar nicht gut, wenn auch aus eher selbstverschuldeten Gründen, war zuletzt auch die Stimmung bei Schalke.

Der Gang ins "Kloster" unter der Woche scheint die Profis für ihre Pflichten immerhin sensibilisiert zu haben. Beim 3:2 gegen Stuttgart haben die Spieler vor allem eine langvermisste Tugend gezeigt: Kampf.

Diese Leidenschaft war auch bitter nötig, um die geschundenen Seelen der königsblauen Fans zu streicheln. Bezeichnend, dass die treuesten Anhänger ihrer Mannschaft während des Spiels den Rücken zukehrten und so das 2:2 von Klaas-Jan Huntelaar verpassten. Der Sieg hat die Risse zunächst überdeckt, gekittet sind sie noch lange nicht.

Stuttgart mit Schalkes Jahrhunderttrainer Huub Stevens war der große Verlierer im Abstiegskampf. Das sah zu Beginn der zweiten Halbzeit noch ganz anders aus. Doch dann wirbelte die Blitztabelle durcheinander wie bei einem Gewitter biblischen Ausmaßes.

Stuttgart ließ sich noch zwei einschenken, Hannover erkämpfte mit Moral und Akrobatik einen Punkt in Wolfsburg und für Paderborn stach Joker Lukas Rupp mit einem Doppelpack in Freiburg.

Für den großen Außenseiter scheint zu gelten: Totgesagte leben länger.

Ein Motto, das auch den Bayern in Barcelona als Strohhalm dient.

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