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Bruno Labbadia (r.) verzweifelt am Hamburger SV © SPORT1/Getty Images

Nur noch 90 Minuten sind in der Bundesliga zu spielen, aber ein Drittel der Mannschaften muss noch zittern. Spannender war der Überlebenskampf in der Bundesliga noch nie!

Für die beteiligten Verantwortlichen und die Anhänger mag dieser Nervenkrimi nicht gerade gesundheitsfördernd sein. Der normale Fan wird so immerhin entschädigt für einen einmal mehr spannungsarmen Titelkampf.

In der Hauptstadt sind die Sorgen bei der Hertha mit 35 Punkten zwar wohl nur noch theoretischer Natur, für die anderen fünf Teams ist der Sturz in die Zweitklassigkeit aber ein sehr reales Szenario.

Der SC Freiburg hat auf Rang 14 lediglich drei Punkte Vorsprung auf den Tabellenletzten SC Paderborn (31 Punkte), dazwischen liegen Hannover 96, der VfB Stuttgart und der Hamburger SV. (Hier geht es zur Tabelle und zum SPORT1-Tabellenrechner)

Eine ähnlich dramatische Ausgangslage gab es seit Einführung der Drei-Punkte-Regel im Jahr 1995 nur in der Saison 1998/99.

Damals belegte der 1. FC Nürnberg vor dem letzten Spieltag den zwölften Tabellenplatz. Da Eintracht Frankfurt Kaiserslautern mit 5:1 besiegte und der Club zu Hause gegen Freiburg verlor, musste Nürnberg den bitteren Weg in die Zweite Liga antreten.

Jan Aage Fjörtofts spätes Übersteigertor zur Rettung der Eintracht ist nicht nur in Frankfurt unvergessen.

Das Nürnberger Schicksal vor 16 Jahren wird allen Mannschaften Warnung genug sein.

Auch am nächsten Wochenende wird es Helden und Verlierer geben, das ist sicher.

Der große Unterschied zum Abstiegskampf 1999 ist allerdings, dass damals vor dem letzten Spieltag mit Bochum und Gladbach schon zwei Absteiger feststanden.

Diesmal ist alles offen. Mit Stuttgart, Hannover und dem Bundesliga-Gründungsmitglied HSV kämpfen drei vermeintliche Schwergewichte um den Ligaverbleib.

Am Ende der 52. Bundesliga-Saison könnte der HSV diesmal die Quittung für eine desaströse Vereinsführung der vergangenen Jahre bekommen.

Doch noch gilt: Himmel oder Hölle – noch alles ist möglich. Oder das Fegefeuer – sprich: die Relegation.

Und es kommt zu zwei direkten Duellen. Paderborn empfängt den VfB Stuttgart und Hannover spielt gegen den SC Freiburg.

Das ist gut so! Schuldzuweisungen oder die obligatorischen Vorwürfe der Wettbewerbsverzerrung werden sich so in Grenzen halten.

Ohnehin gilt: Wen es am Ende von den sechs Klubs trifft, ist selbst schuld. Möglichkeiten zur Rettung gab es für alle genug.

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