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Wolfsburg - Dortmund verliert die Pokal-Generalprobe in Wolfsburg auch aufgrund eines frühen Gegentores. Klopp ärgert sich über den Schiedsrichter und freut sich auf zwei Endspiele.

Jürgen Klopp machte den "Wölfen" eine Kampfansage für das Pokal-Finale, freute sich auf das "Endspiel" um die Europa League und verspottete den Schiedsrichter: Der scheidende Coach von Borussia Dortmund war nach der 1:2 (1:1)-Niederlage beim VfL Wolfsburg wieder ganz in seinem Element. Die verpatzte Generalprobe für das Pokalfinale am 30. Mai hatte der 47-Jährige schnell abgehakt.

"Ich habe heute beim VfL Wolfsburg nichts gesehen, was ich nicht schon kannte. Sie haben halt eine bärenstarke Mannschaft, das war bekannt", sagte Klopp über die Gastgeber, die mit dem Sieg einen großen Schritt Richtung Vizemeisterschaft machten.

Allofs stichelt gegen Dortmund

"Dafür, dass Wolfsburg in der Tabelle 25 Punkte vor uns steht, sind wir im Finale nicht chancenlos. Wir werden ein supergeiles Finale erleben", versprach der scheidende BVB-Coach.

Wolfsburgs Manager Klaus Allofs meinte: "Dortmund galt draußen für das Pokalfinale als Favorit. Das haben wir heute gerade gerückt."

Klopp sauer auf Schiri Fritz

Sauer war Klopp nach dem hochklassigen Spiel auf Schiedsrichter Marco Fritz. "Der Schiri hat ein überragendes Spiel gemacht, aber in drei Situationen daneben gelegen", urteilte Klopp.

So hätte Wolfsburgs Keeper Diego Benaglio wegen des Fouls an Kevin Kampl vor dem Elfmetertor von Pierre-Erick Aubameyang zum 1:1 (11.) Rot sehen müssen. Henrikh Mkhitaryan wurde ein Foulelfmeter verweigert, und beim 2:1-Siegtor durch Naldo (49.) hätten zwei Wolfsburger im Abseits gestanden.

Hecking gibt Abseitstor zu

Zumindest bei dem Siegtreffer durch Naldo pflichtete ihm Trainer-Kollege Dieter Hecking vom VfL Wolfsburg bei.

"Da hatten wir das nötige Glück. Wir hätten uns nicht beschweren können, wenn das Tor nicht gegeben worden wäre", sagte Hecking, dessen Team auch im letzten Heimspiel einer überragenden Saison ohne Niederlage geblieben war.

BVB-Konkurrenz patzt

Froh war Klopp indes, dass die Konkurrenz um Platz sieben wie Hoffenheim und Bremen ebenfalls verloren. "So haben wir ein echtes Endspiel gegen Werder", meinte Klopp.

Seinem Team reicht am nächsten Wochenende ein Remis. Damit hätte man Rang sieben sicher, der die Teilnahme an der Europa League garantiert. Dann könnte man sich sogar eine Pleite im Pokalfinale erlauben.

Wieder ein Gegentor in Minute 1

Mit Unverständnis reagierten die Borussen auf die Tatsache, dass sie in der laufenden Saison bereits zum vierten Mal ein Gegentor in der ersten Spielminute kassierten.

Der überragende Kevin De Bruyne legte mit seiner 21. Torvorlage, die Rekord in der Bundesliga bedeutete, für Daniel Caligiuri nach 41 Sekunden zum 1:0 auf. "Das kann ich mir auch nicht erklären. Es ist erschreckend, dass wir da so gepatzt haben", sagte Mittelfeldspieler Sebastian Kehl.

Hummels fällt aus, Reus zurück

Kurzfristig verzichten musste Klopp in Wolfsburg auf seinen Kapitän Mats Hummels, der im Abschlusstraining einen Schlag auf den Fuß bekommen hatte.

Dafür mischte Nationalspieler Marco Reus nach seiner Adduktorenverletzung ab der 70. Minute wieder mit. "Ihm fehlt noch ein bisschen die Frische. Aber man sieht, dass er auf einem guten Weg ist", sagte Klopp.

Großer Abschied nächste Woche

Dass der BVB-Coach in seinem letzten Bundesliga-Auswärtsspiel vor lauter Abschiedswehmut das Spiel auffallend ruhig an der Seitenlinie verfolgte und nach dem Abpfiff relativ entspannt zu seinen Spielern trottete, wollte der 47-Jährige so nicht wahrhaben.

"Ruhig soll ich gewesen sein?", fragte Klopp und gab sich selbst die Antwort: "Wenn man damit meint, dass ich den vierten Offiziellen nicht mit meiner Kappe malträtiert habe, war das so. Aber an Abschied habe ich heute wirklich nicht gedacht. Den gibt es nächstes Wochenende zu Hause." 

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