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Pep Guardiola vom FC Bayern München gibt Anweisungen im Kabinengang
Pep Guardiola (2.v.l.) hat 17 Mittelfeldspieler zur Verfügung © getty

München - Schweinsteiger bekennt sich zum FC Bayern. Guardiola stehen damit 17 Mittelfeldspieler zur Verfügung. SPORT1 analysiert ihre Einsatzchancen und Costas Rolle.

Xabi Alonso, Thiago Alcantara, Philipp Lahm.

Juan Bernat, David Alaba, Javi Martinez, Sebastian Rode.

Arjen Robben, Franck Ribery, Mario Götze, Thomas Müller.

Joshua Kimmich, Pierre-Emile Hojbjerg, Julian Green, Gianluca Gaudino.

Douglas Costa. Und nicht zuletzt Bastian Schweinsteiger.

Das sind die Mittelfeldspieler des FC Bayern in der kommenden Saison. Es sind nicht weniger als 17.

Nicht mit eingerechnet Abwehrmann Jan Kirchhoff, der auch als Sechser spielen kann.

Schweinsteiger bekennt sich

Es wird ein großes Gedränge im Mittelfeld der Bayern. Ein großer interner Konkurrenzkampf.

Ein Kampf, dem sich Schweinsteiger stellen will.

"Ich würde gerne noch einmal die Champions League gewinnen, aber auch nochmal so erfolgreich spielen, wie in den vergangenen Jahren. Wir sind dreimal Deutscher Meister geworden. Und ich glaube, keine Mannschaft hat es viermal geschafft. Das ist eine Motivation", sagte der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft am Rande eines Werbedrehs.

Der war zwar bereits Mitte Mai, doch Schweinsteigers Management gab die Zitate erst in diesen Tagen frei und bestätigte: Die Aussagen Schweinsteigers haben weiterhin ihre Gültigkeit.

Es ist ein klares Bekenntnis. Und eine Absage an Manchester Uniteds Teammanager Louis van Gaal.

Schweinsteiger will nicht auf die Insel wechseln. Sondern in seine vierzehnte Saison in München gehen. Sich dem internen Konkurrenzkampf stellen.

17 Namen für sechs Plätze

"Ich hätte am liebsten tausend Mittelfeldspieler", sagte Pep Guardiola einmal. Dass der Trainer der Münchner ein Fan der zentralen Kicker ist, weiß man nicht erst, seitdem er beim FC Barcelona mt dem Tiki-Taka für Furore gesorgt hat.

Doch selbst Guardiola kann kaum mehr als sechs Mittelfeldmänner aufbieten. Lediglich Torwart Manuel Neuer, drei "echte" Verteidiger und Stürmer Robert Lewandowski müssen nicht um ihre Plätze bangen.

Das Gedränge war ohnehin schon groß, und nun hat der deutsche Rekordmeister vier weitere Optionen im Mittelfeld.

Der Costa-Transfer steht nach SPORT1-Informationen kurz vor dem Abschluss. 35 Millionen fließen nach Donezk. Auch am Topstar der U21-EM, dem Portugiesen William Carvalho  von Sporting Lissabon sind die Bayern offenbar dran.

Kimmich kommt vom VfB. Green (HSV), Hojbjerg (Augsburg) und Kirchhoff (Schalke) kehren nach ihren Leihen zurück.

Wer ist gesetzt?

Wirklich sicher können sich wohl nur Kapitän Lahm und Guardiolas Lieblingsschüler Thiago sein.

Robben verkörpert immer noch absolute Weltspitze. Der in den Vorjahren so konstante Niederländer war zuletzt aber oft verletzt. Gut möglich, dass Guardiola dem 31-Jährigen die eine oder andere Pause mehr gönnen wird.

Müller glänzte in der abgelaufenen Saison zu oft als Torschütze und kongenialer Partner von Lewandowski, als dass er verzichtbar wäre. Guardiola gilt aber nicht gerade als Fan des Urbayern. Häufig trifft es Müller als Ersten, wenn Guardiola wechselt.

Auch der 33-jährige Alonso gehört im Regelfall zu Guardiolas Auserwählten. Seine Passsicherheit ist weiterhin gefragt. Diverse Klubs aus Istanbul müssen sich wohl noch ein Jahr gedulden. Mit Martinez hat Alonso einen kampfstarken, aber verletzungsanfälligen Konkurrenten, auf den Guardiola meistens setzt, wenn dieser fit ist.

Bernat half oft in der Verteidigung aus, doch ist die Dreierkette mit Boateng, Benatia und Rafinha eigentlich bereits ausgefüllt. Für Bernat, wie auch für Sebastian Rode gilt: Wenn alle anderen fit sind, bleibt wohl nur die Bank. 

Alaba hat bei Trainer und Fans große Kredite. Doch der Österreicher muss sich nach seiner langen Verletzung erst wieder herankämpfen. Gleiches gilt für Ribery, sobald er fit wird.

Und Götze? Bleibt er auch in seiner dritten Bayern-Saison ein Rätsel? Zuletzt ließ Guardiola den hochbegabten WM-Finaltorschützen meist draußen. Für Götze wird es nicht einfacher. Der Konkurrenzdruck steigt.

Wo soll Costa spielen?

Götzes schärfster Konkurrent dürfte Millionen-Neuzugang Costa werden. Er ist eigentlich Rechtsaußen, jedoch variabel einsetzbar. Zunächst wird Brasiliens Elfmeter-Pechvogel wohl auf Einsätze auf der Seite des verletzten Ribery hoffen dürfen.

Kimmich schickte bereits eine Kampfansage an Schweinsteiger. Statt als stolzer Europameister tritt er nach der 0:5-Schmach gegen Portugal aber als geknickter Besiegter seinen Dienst in München an. Er wird sich hinten anstellen müssen.

Hojbjerg überzeugte in Augsburg und bei der U21-EM für Dänemark. Ihm werden bessere Chancen zugeschrieben als Green oder Kirchhoff. Beide können bei einem entsprechenden Angebot wohl gehen.

Zumindest eine Leihe wäre bei Gaudino vorstellbar: Das Talent darf in einem derart übervölkerten Mittelfeld künftig kaum noch auf Einsätze hoffen.

Kommt auch noch Carvalho?

Dafür könnte ein neuer Mittelfeldspieler dazustoßen.

Im Gespräch ist der 23-Jährige William Carvalho.

Nach Informationen des portugiesischen Correio da Manha sollen die Münchner daran interessiert sein, Carvalho mithilfe einer Ausstiegsklausel über 45 Millionen Euro aus dessen noch bis 2018 laufendem Vertrag bei Sporting Lissabon herauszukaufen.

Am Abend kämpft Carvalho mit Portugals Junioren gegen Schweden (ab 20.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER) um den EM-Titel. Die Verantwortlichen des FC Bayern werden ganz genau zuschauen.

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