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Xabi Alonso könnte den FC Bayern München in diesem Sommer verlassen © getty

München - Xabi Alonso steht bei einem türkischen Team hoch im Kurs - auch ein Trainer schwärmt. Trotzdem ist ein Abgang vom FC Bayern aus sportlicher Sicht unwahrscheinlich.

Jose Mourinho spricht mal wieder über Spieler von anderen Vereinen. Diesmal hat er sich unter anderem Xabi Alonso vom FC Bayern vorgeknöpft - im positiven Sinn.  

Alonso sei unter den Spielern, mit denen er die Zusammenarbeit am meisten genossen habe, sagte Mourinho. "Typen, die als Ausnahmespieler geboren wurden, als echte Teamplayer. Sie sind der rechte Arm eines jeden Trainers", meinte er.

Der Zeitpunkt für diese Aussagen könnte kaum besser gewählt sein, denn aktuell wird (vor allem in der Türkei) über einen Wechsel von Xabi Alonso an den Bosporus spekuliert.

Höchstwahrscheinlich ist Mourinhos Timing nur Zufall, schließlich lobte er auch noch andere ehemalige Akteure. Vielleicht setzt "The Special One" aber auch absichtlich ein paar Nadelstiche gegen seinen Erzrivalen Pep Guardiola. Nach dem Motto: Wenn der den gehen lässt, kein Wunder!

Türkische Medien berichten von Gesprächen

Soviel immerhin ist bekannt: Das türkische Online-Portal "Medyaline" berichtete gerade erst von Gespräche zwischen Fenerbahce Istanbul und Alonsos Beraterkreis und nennt eine mögliche Ablöse von fünf Millionen Euro.

Auch Juventus Turin wird von einigen italienischen Medien ins Gespräch gebracht, sie handeln Alonso als Nachfolger von Andrea Pirlo. Von einem Interesse Chelseas sollte man dagegen nicht ausgehen -  den Zitaten Mourinhos zum Trotz.

Altstars am Bosporus beliebt

Wie stehen also die sportlichen Chancen auf einen Wechsel?

Offensichtlich ist, dass türkische Spitzenklubs gerne mal bei internationalen Altstars zuschlagen. In den vergangenen Jahren verpflichtete Fenerbahce unter anderem Diego (von Atletico Madrid, ablösefrei), Bruno Alves (von Zenit St. Petersburg, 5,5 Mio. Euro) oder Raul Meireles (vom FC Chelsea, 10 Mio. Euro).

Stadtrivale Galatasaray, der schon 2013 mit dem Namen Alonso in Verbindung gebracht wurde, schlug einst bei Didier Drogba, Wesley Sneijder und Hamit Altintop zu.

So gesehen würde auch ein Transfer von Alonso für beide Vereine ins Konzept passen.

Guardiola und Alonso: hohe Wertschätzung

Bleibt jedoch die Frage, ob die Bayern überhaupt bereit wären, Alonso ziehen zu lassen. Er hat, wie Guardiola, noch ein Jahr Vertrag - und gehört zweifelllos zu den Vertrauenspersonen des Trainers. Die gegenseitige Wertschätzung ist sehr hoch, gerade in der Hinrunde bestach der Spanier mit exzellenten Leistungen.

Zudem ist unwahrscheinlich, dass die Bayern einen Spieler, den sie im vergangenen Jahr noch für zehn Millionen Euro geholt haben, nur ein Jahr später für die Hälfte wieder ziehen lassen. Auch wenn er im kommenden Jahr ablösefrei ist, auf das Geld ist der FCB nicht angewiesen.

Gerade erst erhielt er seine Wunschrücknummer 14 (von Claudio Pizarro) in München.

Noch Platz für Alonso?

Andererseits stand Alonso in der Rückrunde mehrfach in der Kritik, die Doppelsechs mit ihm und Bastian Schweinsteiger ist vielen Experten zu langsam bzw. nicht dynamisch genug.

Mit Javier Martinez, einem fitten Philipp Lahm und David Alaba sowie dem aufstrebenden Sebastian Rode stehen zudem genügend Alternativen bereit. Falls Bayern auf dieser Position sogar noch einkauft, ist für Alonso eigentlich gar kein Platz mehr.

Wechsel unwahrscheinlich

Alles in allem ist aber eher unwahrscheinlich, dass Bayern den Defensivstrategen gehen lässt – zumal die Saison 2014/15 mit all den Verletzungsproblemen gezeigt hat, dass ein großer Kader nicht von Nachteil ist, sondern Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Abschneiden in allen Wettbewerben.

Alonso passt in Guardiolas System und hat das Vertrauen des Trainers. Finanziell ist der 33-Jährige erst recht kein Risiko.

Und ob die türkische Liga den richtigen Reiz für Alonso darstellt, ist ebenfalls sehr fraglich. Da müsste dann schon Mourinho höchstpersönlich anklopfen.

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