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Ciro Immobile von Borussia Dortmund ist amtierender Torschützenkönig der Serie A
Ciro Immobile wechselt auf Leihbasis zum FC Sevilla © Getty Images

Dortmund - Nach dem vorzeitigen Abschied von Ciro Immobile aus Dortmund geht der BVB mit zwei gelernten Stürmern in die Saison. Thomas Tuchel hat bereits weitere Alternativen aufgezeigt.

Ciro Immobile lässt die Fans nicht los. Zurzeit erzählen sie in Dortmund die Mär, dass der glücklose Stürmer des BVB ein Mobbing-Opfer war.

Erst wollte keiner aus der Mannschaft mit ihm essen gehen, dann tauschte Thomas Tuchel das italienische Edel-Restaurant als Essenslieferanten aus, und nun wurde auch noch Immobiles Dolmetscher Massimo Mariotti zum Scout befördert.

So allein gelassen blieb dem armen Immobile gar keine andere Wahl als aus Dortmund zu flüchten. So weit die Fiktion.

Fehltritte der launischen Diva

In Wirklichkeit hat der 25-Jährige seinen vorzeitigen Abgang provoziert. Auf der Asienreise verschlief er einen PR-Termin, vor den Testspielen meldete er sich kurzfristig verletzt ab, bei den Stopps am Flughafen schmollte er demonstrativ fernab von seinen Mannschaftskollegen lustlos vor sich hin.

Doch "Lost in translation reloaded" mit Immobile in der Hauptrolle hat seit Sonntag ein Ende. Für drei Millionen Euro wurde der Stürmer mit einem Vertrag beim BVB bis 2019 für zunächst ein Jahr an den FC Sevilla ausgeliehen.

Eine Rückkehr nach Dortmund wird es nach den Fehltritten der launischen Diva in den vergangenen Tagen nicht geben. Die Spanier sollen eine Kaufoption besitzen, auf die im nächsten Jahr alle Beteiligten hoffen.

Reus als "falscher Neuner"

Für die Borussia wird es Stand jetzt keinen Ersatz für den aussortierten Angreifer geben. Auch unter Trainer Thomas Tuchel bleibt Top-Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang erste Wahl im Dortmunder Sturm.

Als Alternative soll der Kolumbianer Adrian Ramos in seinem zweiten Jahr weiter aufgebaut werden. Tuchel wollte den ehemaligen Hertha-Spieler schon 2012 als Trainer in Mainz für sich gewinnen.

Bislang ließ Tuchel seine Elf vornehmlich in einer 4-1-4-1-Formation agieren. Marco Reus spielte dabei zuweilen als sogenannter falscher Neuner, ließ sich als zentraler Stürmer immer wieder fallen und schuf Räume für die nachrückenden Mittelfeldspieler Shinji Kagawa und Gonzalo Castro.

Auf diese Weise hat der BVB mit Reus eine weitere Angriffsalternative in seinen eigenen Reihen. Die Abschlussqualitäten des technisch versierten Nationalspielers sind unbestritten, seine Schnelligkeit kann er auch in der Spitze zum Tragen bringen.

Ramos im Aufbautraining

Tuchels Spielidee ist ohnehin auf einen mitspielenden Stürmer ausgelegt. So ließ er auch in Mainz spielen - einen klassischen Strafraumstürmer wie Immobile braucht er in seinem System nicht.

Mit Aubameyang und Ramos ist die Position im Angriff damit doppelt besetzt. Der 29-jährige Ramos befindet sich nach seiner Knöchelverletzung von Anfang Mai zwar noch im Aufbautraining, eine baldige Rückkehr ins Mannschaftstraining scheint aber absehbar.

Damit wäre Tuchels Sturmpuzzle vorerst komplett.

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