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Christian Seifert hofft beim neuen TV-Vertrag auf höhere Einnahmen
Christian Seifert hofft beim neuen TV-Vertrag auf höhere Einnahmen © SPORT1 Grafik: Philipp Heinemann / Getty Images

München - DFL-Boss Christian Seifert spricht erstmals über die konkreten TV-Pläne der Bundesliga. SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zu neuen Anstoßzeiten und Rekordeinnahmen.

Der neue englische TV-Vertrag gilt zwar erst ab Sommer 2016, doch schon jetzt sind die ersten Auswirkungen offensichtlich. Denn die Premier League kauft ein wie lange nicht und wildert dabei auch ordentlich in der Bundesliga.

Daher ist vor allem die Deutsche Fußball Liga gefragt, einen drohenden Ausverkauf zu verhindern. Und deshalb will DFL-Boss Christian Seifert mit dem neuen TV-Vertrag deutlich höhere Einnahmen generieren, wie er der Welt verriet.

SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zur Rechtevergabe.

  • Ab wann wird die neue Regelung gelten?

Das aktuelle TV- und Spieltagsmodell mit einem Freitags-, sechs Samstags- und zwei Sonntagsspiele gilt noch bis 2017. Für die dann folgende neue Periode ab der Saison 2017/18 werden die Rechte im nächsten Frühjahr ausgeschrieben und vergeben.

  • Wie könnte ein Spieltag künftig aussehen?
FC Bayern Muenchen gegen Borussia Dortmund im DFB-Pokal
Die DFL plant ein Montagsspiel in der Bundesliga © Getty Images

Seifert hat erstmals die Pläne bestätigt, dass es zwei neue Anstoßzeiten geben soll: Sonntags um 13.30 Uhr und Montagabends anstelle des Zweitligaspiels.

Wegen der zahlreichen englischen Wochen soll das aber nicht an jedem Spieltag so sein, sondern nur jeweils fünfmal am Sonntag und am Montag. Zudem soll eines der drei Freitagabendspiele der Zweiten Liga auf Samstag verlegt werden.

Eine extreme Zersplitterung des Spieltags wie etwa in Spanien, wo es für zehn Partien zehn verschiedene Anstoßzeiten gebe, habe man bewusst vermieden, sagte Seifert: "Und ich sehe so ein Szenario auch für die Zukunft nicht."

  • Was sagt Seifert zur Kritik der Fans?

Den Vorwurf von Amateurvertretern und zahlreichen Fanvereinigungen, der DFL gehe es ausschließlich um Gewinnmaximierung, weist Seifert zurück: "Natürlich gibt es Fanorganisationen, die dafür plädieren, alle neun Spiele am Samstag um 15.30 Uhr anzupfeifen. Und uns ist auch absolut bewusst, was mitreisende Fans in einigen Fällen auf sich nehmen - davor habe ich großen Respekt", sagte er:

"Aber es ist Aufgabe der DFL, viele Interessengruppen unter einen Hut zu bringen. Das ist ein Spagat in alle Richtungen. Andere Ligen machen es sich da einfacher und ignorieren einfach alle Interessen - außer die monetären."

Natürlich sei "ein Montagsspiel der Bundesliga in der Vermarktung wertvoller als eines der zweiten Liga", aber der Hauptgrund für eine Verlegung sei vor allem die Möglichkeiten zur Entlastung von Europacup-Teilnehmern nach Donnerstagspielen in der Europa League.

  • Was verspricht sich die Bundesliga von dem neuen Deal?

Seifert ist es seit seinem Amtsantritt vor zehn Jahren jedes Mal gelungen, die Erlöse aus den TV-Einnahmen deutlich zu steigern.

Christian Seifert beim Neujahrsempfang der DFL
Seifert erhofft sich zukünftig noch mehr Einnahmen aus dem TV-Vertrag © Getty Images

Durch den aktuellen Vierjahresvertrag nimmt die Liga rund 628 Millionen pro Saison ein, wobei die Einnahmen gestaffelt sind und somit Jahr für Jahr steigen.

Das soll natürlich auch diesmal so sein: "Es ist realistisch, dass die Gesamtsumme aus In- und Auslandsvermarktung wie in Spanien und Italien über einer Milliarde Euro liegen wird. In England liegt sie allerdings bei 3,2 Milliarden. Insofern wird der Abstand zwischen Bundesliga und Premier League auch weiter bestehen bleiben. Derzeit ist die Bundesliga die Liga mit dem zweithöchsten Umsatz. Dass dies so bleibt, sollte unser Ziel sein", sagte Seifert.

  • Wo kann man Fußball im TV künftig live sehen?

Die Liga hofft, dass wie in anderen Ländern auch mindestens ein zweiter Pay-TV-Sender neben Sky ins Bieterrennen einsteigt. Dafür kommen ausländische Unternehmen wie Discovery, das sich gerade die Rechte an den Olympischen Spielen ab 2018 gesichert hat, oder ESPN in Frage oder neue Sender mit potentem Geldgeber im Rücken, etwa der Telekom.

In jedem Fall wird es weiter eine zeitnahe Free-TV-Berichterstattung am Samstagabend geben. Allerdings denkt die DFL laut Seifert über eine Kurzvariante von 45 Minuten ab 20 Uhr nach: "Aus unserer Marktforschung wissen wir, dass auch ein solch kompakteres Format beim Zuschauer gut ankäme."

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