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München - Der FC Bayern steht vor der Verpflichtung von Arturo Vidal. Die Auswirkungen auf das Münchner Mittelfeld sind immens. Prominente Spieler sind betroffen.

Man hörte es oft, nachdem Bastian Schweinsteiger gegangen war.

So sehr er dem FC Bayern München als Typ fehlen würde, so sehr sei sein Weggang doch auch eine Entlastung für das vollbesetzte Mittelfeld des Rekordmeisters.

Eine Feststellung, die sich nun erledigt haben dürfte: Arturo Vidal ist nun auf dem Weg nach München - ein defensiver Mittelfeldspieler ist gegangen, ein defensiver Mittelfeldspieler kommt.

Was heißt das für die nun weiterhin vollbesetzte Bayern-Zentrale?

Ein Transfer mit Sinn - und mit Folgen

Schon jetzt, während der Klub auf der China-Reise ist und dort am Samstag in Peking gegen den FC Valencia testen wird (ab 13.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM), werden die Folgen des anvisierten Transfers lebhaft debattiert.

Der Konkurrenzkampf, so viel ist klar, wird sich verschärfen, einige Stars drohen zu leiden.

Und doch ergibt es zunächst einmal Sinn, dass der Kämpfer und Dauerläufer die Münchener verstärken soll.

Vidal ist der Typ "Aggressive Leader", wie einst Ottmar Hitzfeld den damaligen Bayern-Kapitän Mark van Bommel taufte. Er könnte Ballstreichler Thiago Alcantara perfekt abschirmen, zudem eine Art Scharnier zu Xabi Alonso darstellen.

Erhofftes Heilmittel gegen Konter

Noch ein Vorteil für die Bayern: Der flinke Vidal könnte das perfekte Gegenmittel gegen die Konteranfälligkeit der Münchner sein. Immer wieder bimste Pep Guardiola seinen Mittelfeldspielern ein, vorsichtig zu agieren - in den entscheidenden Spielen im DFB-Pokal und der Champions League klappte es nicht.

Jetzt könnte "kingarturo23", wie Vidal sich selbstbewusst auf Twitter präsentiert, Abhilfe verschaffen.

"Er ist einer der besten Sechser, die es in Europa gibt", sagt dazu Abwehrchef Jerome Boateng.

Augenthaler: "Das Mittelfeld ist überlagert"

"Vom Spielertyp könnte Vidal passen", meint auch Bayern-Legende Klaus Augenthaler dazu im Gespräch mit SPORT1.

Der Weltmeister von 1990 könnte sich vorstellen, dass Javier Martinez künftig dann nur noch ein Kandidat für die Innenverteidigung ist. Weitere mögliche Spieler für die Sechserposition haben die Bayern ja in Sebastian Rode, Pierre-Emile Hojbjerg und Neuzugang Joshua Kimmich Hülle und Fülle.

"Das Mittelfeld ist überlagert, vielleicht hat Schweini deshalb das Weite gesucht", stellt Augenthaler in der ihm eigenen, trockenen Art fest.

Lahm muss Kröte schlucken

Kluburgestein Bastian Schweinsteiger zog nach 17 Jahren beim FCB jetzt Manchester United vor, sein Wegbegleiter Philipp Lahm muss vom Mittelfeld zurück auf die Position des Rechtsverteidigers.

Der Kapitän muss diese Kröte schlucken. Er ist nicht der einzige.

Leiht Bayern jetzt Spieler aus?

Außenverteidiger David Alaba, auch gerne im Mittelfeld unterwegs, scheint von solchen Spezialeinsätzen nun wieder weit entfernt.

Der nahende Transfer bietet Sprengkraft. Selbst für Vidal. Denn der hitzköpfige Chilene könnte angesichts des Gedränges in der Mittelfeldzentrale durchaus mal auf der Bank landen und zürnen.

Einige Spieler dürften jetzt angestrengt über eine Ausleihe nachdenken. Bestes Beispiel: Pierre-Emile Hojbjerg. Der Däne blühte in der Rückrunde als Leihspieler beim FC Augsburg auf und dort würden sie ihn wohl nur zu gerne ein weiteres Mal ausleihen.

Dabei erwähnte Karl-Heinz Rummenigge zuletzt Hojbjerg und Kimmich explizit als mögliche Nutznießer des Schweinsteiger-Abgangs.

Sie könnten mehr ins Rampenlicht rücken, sagte der Vorstandsboss bei der Teampräsentation. Ein Satz, bei dem die Betonung jetzt noch mehr auf dem Konjunktiv liegt.

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