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Donaueschingen und München - Wolfsburgs Geschäftsführer klingt schon eindeutiger, als es um Kevin De Bruynes Verbleib geht. ManCitys 72-Millionen-Gebot könnte ihn schwach werden lassen.

Eigentlich war der Fall klar bei Kevin De Bruyne, zumindest klang es so bei Klaus Allofs.

"Er wird bei uns bleiben", sagte der Geschäftsführer des VfL WolfsburgEnde Juni im SPORT1-Interview. Kein Konjunktiv, kein rhetorisches Hintertürchen.

Ganz so sicher ist Allofs sich inzwischen nicht mehr, nun wo Manchester City Ernst macht im Werben um den belgischen Spielmacher.

Wenn er nun über De Bruyne spricht, sind sie auf einmal da, die Konjunktive und Hintertürchen.

Auf einmal sind da Konjunktive

"Wenn man die sportlichen Ambitionen hat, die wir haben, sollte es eigentlich verboten sein, ihn abzugeben", sagt Allofs nun im Trainingslager in Donaueschingen zu SPORT1. Man müsse auch niemanden verkaufen, es sei also "nahezu ausgeschlossen, dass unsere Spieler wechseln werden".

Nahezu. Eigentlich.

Zu hundert Prozent ist aber dann doch nicht mehr klar, ob De Bruyne sich halten lässt, mit Blick auf die Summen, die in England nun für ihn locker gemacht werden sollen.

"Wenn etwas kommt, werden wir uns seriös damit auseinandersetzen", bekräftigte Allofs am Donnerstag bei SPORT1 einmal mehr.

Andere Dimensionen

72 Millionen Euro will City nach SPORT1-Informationen bieten, um De Bruyne aus seinem bis 2019 laufenden Vertrag herauszubekommen - ein Angebot, das Wolfsburg weiterhin nicht vorliegt, an dem aber gearbeitet wird. Als Jahresgehalt für den 24-Jährigen sind - bitte festhalten - zwischen 15 und 20 Millionen Euro im Gespräch.

Zwar will auch Allofs De Bruynes Gehalt deutlich erhöhen, in diese Dimensionen wird sich der VW-Klub aber trotz all seiner Finanzkraft wohl nicht bewegen.

Die Citizens mit ihrem Geld aus Abu Dhabi und dem kommenden englischen TV-Deal haben da doch noch mehr Möglichkeiten.

Keine Sentimentalitäten bei De Bruyne

Dass De Bruyne Wolfsburg deshalb schon gesagt haben soll, dass er gehen will, wie der Daily Mirror berichtet, stimmt nach Allofs' Angaben nicht: "Das ist definitiv eine Ente."

Trotzdem ist davon auszugehen, dass Sentimentalitäten De Bruyne nicht in Wolfsburg halten werden.

Er selbst hat an seinem Karriere-Bewusstsein nie Zweifel gelasssen, sich in seinen Interviews stets alle Türen offen gehalten. "Ich finde es blöd, wenn Spieler sagen, sie bleiben auf jeden Fall", sagte er im Mai dem kicker.

Man wisse ja nie, was im Fußball passiere: "Es kann sein, dass ein Verein kommt und eine Summe bietet, mit der Wolfsburg zufrieden ist und ich auch glücklich damit bin."

Schwierige Entscheidung

Ob Citys neuestes Gebot dafür sorgt? Ungewiss.

Zwar ließe sich für Wolfsburg mit einem De-Bruyne-Transfer viel Geld verdienen und damit auch hochkarätiger Ersatz beschaffen. Einen solchen zu finden und sportlich zu integrieren, würde die "Wölfe" allerdings Zeit kosten, die sie gerade nicht verlieren wollen.

Nicht zu reden von der negativen Signalwirkung, dass sich ein so ambitionierter Klub seinen besten Spieler wegschnappen lässt.

Sorgen, dass De Bruynes Leistung leidet, wenn er sich gegen einen Wechsel sperrt, hat Allofs nach eigenen Angaben auch nicht: "Spekulationen waren bei ihm immer, das ist normal - was soll ihn das von seiner Leistung abhalten?"

Wolfsburgs Geschäftsführer hat also nahezu allen Grund, hart zu bleiben. Eigentlich.

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