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München - Pep Guardiola eröffnet mit der Aura des Urlaubers die Vorbereitung des FC Bayern. Deshalb bleibt er auch beim Thema Schweinsteiger locker.

Für drei bis vier Wochen im Jahr, strahlte es aus Pep Guardiola heraus, ist München wie Barcelona. "Die Hitze ist willkommen!", sagte der Trainer des FC Bayern. Ein "kleiner Hauch" der Heimat umwehte ihn.

Bei seinem ersten öffentlichen Fußballauftritt zur neuen Saison pfiff Guardiola der Urlaub aus den Poren - im positiven Sinn. Die Sommerpause hat ihn aus zwei Gründen locker gemacht.

Guardiola hat Prioritäten geordnet

Erstens ließ er in den vergangenen Wochen Seele und Körper baumeln, aß, trank und spielte mit der Familie. Die größte Sorge dabei: "Die Kinder wollten nicht duschen." Erzählte er mit Triumph im Gesicht und der Gewissheit: Er hat seine Prioritäten geordnet.

Mit dem FC Bayern beschäftigte er sich nämlich nur, wenn Karl-Heinz Rummenigge oder Matthias Sammer ihn anriefen wegen der Kaderplanung.

In Barcelona war das noch komplett anders gewesen, Guardiola klagte immer wieder über die Last seiner Aufgabe und emigrierte nach vier Jahren entkräftet in die Stille New York Citys.

Saisoneröffnung im Literaturhaus

Dort lernte er, sich Zeit zu nehmen für seine ureigenen Bedürfnisse und Vorlieben. So hatte Guardiola seine persönliche Saison bereits am Dienstag mit einer Lyrik-Lesung im Münchner Literaturhaus eröffnet. Vorbereitung auf Katalanisch.

Außerdem mindestens genauso wichtig: Das Wissen um die heilende Wirkung der Pause auf seine Spieler. Zahlreiche Spieler fehlten zunächst beim Trainingsauftakt am Mittwoch zwar, doch bis auf Franck Ribery sind alle entweder schon gesund oder ihre Rückkehr auf den Trainingsplatz ist absehbar.

Kompletter Kader als größter Wunsch

"Mein Traum ist, dass der ganze Kader fit ist: Robben fit, Ribery fit, Martinez fit. Ich will, dass die Spieler enttäuscht und sauer sind, weil sie nicht spielen - und nicht, weil sie verletzt sind", sagte Guardiola.

Die Nationalspieler um Bastian Schweinsteiger kehren am 11. Juli ins Training zurück nach fünf Wochen Urlaub; so viel wie lange nicht.

Auch Dante, der sich beim Fußballspielen im Urlaub eine Blessur zuzog, soll nach SPORT1-Informationen in der nächsten Woche wieder mit auf dem Platz stehen.

Zuletzt viele Ausfälle

Im Vergleich zur vergangenen Spielzeit ist Guardiolas Zuversicht groß. David Alaba, Javi Martinez, Holger Badstuber, Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Thiago, Arjen Robben und Franck Ribery fielen über weite Strecken aus, im Spätwinter und Frühling fehlte zweitweise eine komplette Elf.

Wenn alle fit sind, braucht Guardiola auch keine Einkaufstour: ein weiterer Grund zur Entspannung. Mit Douglas Costa hat er bereits eine dem Preis nach zu urteilen hochkarätige Alternative für die Außenbahnen bekommen, einen besseren Xherdan Shaqiri sozusagen.

Eventuell kommt noch ein Außenverteidiger als Konkurrenz für Rafinha, vielleicht noch ein Stürmer als Backup für Robert Lewandowski. Konkret geplant ist das aber nicht, es herrscht keine Not auf dem Transfermarkt.

Viele Namen gehandelt

Deshalb hört sich das dann so an: Kommt Angel di Maria? "Er ist ein guter Spieler. Aber über Transfers kann ich nicht sprechen. Ich habe in den Medien viele, viele Personen gehört. Ich bin nicht die richtige Person, um darüber zu sprechen."

Die Bayern könnten das Millionenrennen mitlaufen, müssen es Guardiolas gebräuntem Grinsen zufolge aber nicht.

Auch die Situation um Schweinsteiger nimmt er gelassen hin. Noch immer hat sich dieser nicht zum FC Bayern bekannt, erst nach seiner Rückkehr setzt man sich zum Gespräch zusammen.

Schweinsteiger hat Wimbledon-frei

"Wenn er hier bleibt, ist es perfekt, er ist ein Topspieler", sagte Guardiola, freilich ohne zu wissen, wie sich Schweinsteiger entscheidet.

Mit Blick auf das Wimbledon-Aus von Schweinsteigers Freundin Ana Ivanovic beliebte er gar zu scherzen: "Dann kann er vielleicht früher ins Training einsteigen."

Aus Bayernsicht bleibt zu hoffen, dass Guardiola noch so locker dahererzählt, wenn München wieder aussieht wie München.

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