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Mario Götze beim Autogrammeschreiben
Mario Götze ist mit dem FC Bayern derzeit auf China-Reise © Getty Images

München und Peking - Neue Aussagen von Götze geben den Spekulationen um einen Wechsel von München nach Turin weitere Nahrung. Der WM-Held fühlt sich falsch wiedergegeben.

Nach dem 4:1-Sieg des FC Bayern zum Auftakt der Asien-Reise gegen den FC Valencia war es Mario Götze ein besonderes Anliegen, ein paar Dinge gerade zu rücken.

Es ging um seine Aussagen zu Juventus Turin, mit denen er von Goal Italia zitiert wurde.

Schmeichelnde Äußerungen, die sogleich den Spekulationen um einen Abschied des Weltmeisters vom FC Bayern zu Juventus Turin neue Nahrung gaben.

Stefan Kumberger in China
Stefan Kumberger ist für SPORT1 mit dem FC Bayern auf China-Reise © SPORT1 Grafik: Katharina Hosser/Getty Images

Aussagen aus dem Zusammenhang

"Grundsätzlich: Juventus Turin stand im Champions-League-Finale. Sie haben eine sehr gute Saison gespielt, haben Titel gewonnen. Es ist auf jeden Fall eine sehr, sehr gute Mannschaft“, sagt Götze bei Goal Italia. Und weiter: "Das Ausland ist immer sehr, sehr reizvoll. Neue Sprache, neue Kultur. Ich glaube, dass ich mich mit so etwas anfreunden könnte."

Dass die Worte so gefallen sind, bestreitet Götze gar nicht. Wohl aber legt er Wert darauf, dass seine Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen und nicht komplett wiedergegeben worden seien.

So behauptet Götze, dass es bei der Frage darum gegangen sei, ob er sich "in Zukunft irgendwann" einen Wechsel zu Juve vorstellen könne. Und eben nicht jetzt.

"Momentan" macht hellhörig

Ohnehin hatte der 23-Jährige schon während des Interviews seine Aussagen relativiert. "Ich bin gerade noch am Anfang meiner Karriere. Es wird sich zeigen, was sich ergibt", sagte Deutschlands Held des WM-Finales von 2014 in Rio und legte Wert darauf, dass er jegliche Gerüchte um seinen Weggang aus München "momentan" nicht kommentieren wolle.

Dieses "momentan" mag hellhörig machen in der schnelllebigen Welt des Profi-Fußballs. Auch dass Götzes Vertrag bei den Bayern noch bis 2017 läuft, muss kein Hindernis für einen Wechsel sein.

Allein: Nach SPORT1-Informationen haben die Bayern überhaupt kein Interesse, Götze abzugeben.

Grünes Licht für Verhandlungen

In Italien sieht man dies allerdings ganz anders.

Nach Angaben der Gazzetta dello Sport will sich Juve nach Sami Khedira die Dienste zweier weiterer deutscher Weltmeister sichern - Julian Draxler und eben Götze. Auf der Titelseite prangt die Schlagzeile: "Juventus hat das OK von Bayern, mit Götze zu verhandeln".

Allerdings ist Turins Vorschlag, Arturo Vidal gegen Götze schlichtweg zu tauschen, bei den Verantwortlichen der Bayern nicht auf Gegenliebe gestoßen.

Deshalb erwägt Juve nun angeblich ein Leihgeschäft. Demnach will Turin Götze für zwei Jahre ausleihen, mit einer späteren Kaufoption.

Logisch klingt das nicht. In zwei Jahren läuft Götzes Vertrag bei den Bayern ja aus, er wäre also ablösefrei. Für die Bayern wäre eine solche Variante - unabhängig von der sportlichen Einschätzung Götzes - eine Verbrennung von Millionen.

Eine Million Euro weniger pro Jahr

Apropos Millionen. Angeblich bietet Juventus Götze sechs Millionen Euro Jahresgehalt. Das wäre eine Million pro Saison weniger als in München.

Götze war 2013 für 37 Millionen Euro von Borussia Dortmund mit vielen negativen Nebengeräuschen nach München gewechselt. Sein Marktwert dürfte sich seit dieser Zeit nicht groß verändert haben - seinem Finaltor bei der WM zum Trotz.

Und diese 37 Millionen Euro sind in etwa die Summe, die ein Vidal kosten soll. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

In München nie richtig glücklich

Fakt ist auch: So richtig glücklich ist Götze in München in den zwei Jahren nicht geworden. Der große Durchbruch ist ihm bei den Bayern verwehrt geblieben.

Gerade in den großen Spielen der vergangenen Saison wurde Götze von Trainer Pep Guardiola häufig auf die Ersatzbank beordert.

Insofern würde ein Wechsel nach Turin - auch unter Berücksichtigung des bevorstehenden Vidal-Transfers - für alle Beteiligten Sinn machen. Aus dem Zusammenhang gerissene Aussagen hin oder her.

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