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Hamburg - Der Hamburger SV backt zum Trainingsauftakt kleine Brötchen - trotz einer in Aussicht gestellten Finanzspritze von Investor Klaus-Michael Kühne. Labbadia gelobt Besserung.

Keine neuen Stars, kaum Geld und nur wenig Hoffnung auf eine sorgenfreie Saison:

Exakt einen Monat nach dem Relegations-Drama von Karlsruhe ist der Hamburger SV mit reichlich Demut in die Vorbereitung auf seine 53. Bundesliga-Saison gestartet.

Retter-Coach Bruno Labbadia gab sich angesichts des selbst auferlegten Sparkurses keinen Illusionen hin - trotz der Aussicht auf frische Millionen von Edelfan Klaus-Michael Kühne.

"Die Möglichkeiten sind nicht so, wie es sich ein Trainer wünscht", sagte Labbadia 44 Tage vor dem Liga-Auftakt bei Bayern München, "aber wir haben uns für diesen Weg entschieden. Den muss ich mittragen."

"Es geht nur über Arbeit, Arbeit, Arbeit"

Angesichts der bescheidenen finanziellen Möglichkeiten gehe es vor allem darum, den "Schwung des unglaublich emotionalen Happy-Ends" der Last-Minute-Rettung mitzunehmen.

"Wir kommen mit sehr großer Energie, aber auch mit einer Portion Demut in die neue Saison", sagte Labbadia und gab die Marschroute aus: "Es geht nur über Arbeit, Arbeit, Arbeit. Da sind wir gefordert. Das ist der Weg, den wir gehen müssen."

Große Investitionen dürfte es ohne eine weitere Finanzspritze durch Mäzen Kühne nicht geben - dies betonte Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer beim Aufgalopp am Mittwoch. (SERVICE: Der Sommerfahrplan)

"Wir haben uns auferlegt, das System zu gesunden", sagte Beiersdorfer: "Wir werden uns aber nach der Decke strecken, um zu den ersten Spielen eine schlagkräftige Mannschaft aufzustellen."

Neuzugang Sakai kommt aus Stuttgart

Wie diese aussehen wird, steht noch in den Sternen. Zwar ist mit dem japanischen Außenverteidiger Gotoku Sakai vom VfB Stuttgart (Drei-Jahres-Vertrag) der erste Neuzugang auf dem Weg nach Hamburg.

Ansonsten herrscht rund um das Volksparkstadion jedoch Rätselraten, was den Kader für die kommende Saison betrifft.

Angreifer Michael Gregoritsch (21/VfL Bochum) ist weiterhin ein Kandidat und soll wie Sakai möglichst noch vor dem Start ins Trainingslager am Samstag verpflichtet werden. Man müsse auf dem Transfermarkt "erfinderisch" sein, sagte Labbadia. (Transfercheck: Wer kommt, wer geht?)

Unterstützung auf dem "steinigen Weg" (Labbadia) der kommenden Wochen und Monate könnte es mal wieder von Investor Klaus-Michael Kühne geben.

Der schwer reiche Unternehmer stellte dem finanziell angeschlagenen Klub frische Millionen für Transfers in Aussicht. "Grundsätzlich bin ich nicht abgeneigt, ich möchte den HSV weiter unterstützen", sagte Kühne, knüpfte weitere Investments aber an Bedingungen.

Kühne stellt Millionen in Aussicht 

Es müsse "ein klares Konzept da sein, deswegen kann man da kurzfristig nicht mit etwas rechnen".

Kühne, der dem HSV in der Vergangenheit immer wieder neue Spieler finanzierte und zuletzt 7,5 Prozent an der neuen HSV-Fußball-AG für 18,75 Millionen Euro erworben hatte, ist in ständigen Gesprächen mit der Vereinsführung.

Im Laufe der Woche wird er sich auch mit Labbadia treffen. "Mal schauen, was sich da entwickeln lässt", sagte Kühne, "Wir freuen uns, wenn Herr Kühne uns behilflich ist", sagte Labbadia.

Mit Saisonzielen halten sich die Hamburger (noch) dezent zurück - ein gesicherter Platz im Tabellen-Mittelfeld dürfte bereits als Erfolg gewertet werden.

"Nichts mehr mit Abstieg zu tun haben"

"Wir haben die Scheiß-Zeit jetzt hinter uns. Wir wollen nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben", sagte Ivo Ilicevic, der seinen auslaufenden Vertrag erst am Dienstag verlängert hatte: "Die Qualität ist da, eine gute Saison zu spielen. Da bedarf es nicht so vielen Neuzugängen."

Labbadia, der den HSV sechs Spieltage vor dem Ende der vergangenen Saison auf dem letzten Tabellenplatz übernommen hatte, nahm am Mittwochvormittag mit einem Rumpfteam das Training auf.

Sieben Spieler haben den Klub im Sommer verlassen. Verträge mit Altstars wie Rafael van der Vaart (Betis Sevilla), Heiko Westermann und Marcell Jansen (beide Ziel unbekannt) wurden nicht verlängert.

Profis wie Maximilian Beister (Mainz 05) und Lasse Sobiech (FC St. Pauli) bekamen eine Abfindung.

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