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München - Ilkay Gündogan verlängert nun doch seinen Vertrag bei Borussia Dortmund. Doch es drohen schon Konflikte. Vor allem von den Fans kommt Gegenwind.

Das monatelange Wechseltheater ist beendet - vorläufig jedenfalls.

Nationalspieler Ilkay Gündogan wird nun doch weiter für Borussia Dortmund spielen. Der 24 Jahre alte Mittelfeldakteur verlängerte seinen 2016 auslaufenden Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr.

"Die ersten Tage der Saisonvorbereitung sind vorüber, und es macht großen Spaß, mit den Trainern und Mannschaftskollegen zu arbeiten. Ich bin froh, dass wir nun endlich Klarheit haben und ich weiter für Borussia Dortmund Fußball spielen darf", sagte Gündogan.

Er richte seinen Fokus ab sofort komplett auf die Vorbereitung, im August wolle er mit dem BVB wieder voll angreifen, ergänzte Gündogan.

BVB und Zorc freuen sich

Auch die BVB-Granden stimmten mit ein in Gündogans froh klingende Aussagen:

"Wir freuen uns, dass Ilkay weiterhin für Borussia Dortmund auflaufen wird. Ich bin überzeugt davon, dass er seinen Teil dazu beitragen wird, damit der BVB seine sportlichen Ziele erreichen wird", ließ Sportdirektor Michael Zorc wissen.

Dabei hatte Gündogan im April noch vollmundig angekündigt, zum Saisonende wechseln zu wollen.

Und auch die Borussia hatte in einer Pressemitteilung mitgeteilt, spätestens 2016 die Zusammenarbeit zu beenden - denn Gündogan habe sich entschieden, seinen Vertrag nicht zu verlängern.

Kein zweiter Fall Lewandowski

Mehr noch: Weil es einen zweiten Fall Robert Lewandowski, also einen ablösefreien Wechsel am Vertragsende, kein zweites Mal geben sollte, war eigentlich klar: Gündogan wird im Sommer verkauft.


Doch dann kam doch alles anders: Die Transfers zu den zunächst interessierten Klubs FC Bayern und FC Barcelona zerplatzten.

Die Münchner waren dem Vernehmen nach nicht bereit, eine Ablöse zu zahlen - und sollen dem Mittelfeldmann auch dessen exorbitante Gehaltsforderungen verübelt haben.

Die Katalanen wiederum nahmen offenbar wegen ihrer Transfersperre Abstand von einer Verpflichtung - oder waren womöglich doch nicht vollauf überzeugt von Gündogans Qualitäten.

Kehrtwende mit Ansage

Gleichwohl kam die jetzige Kehrtwende und die Vertragsverlängerung nun nicht wirklich überraschend. Ilhan Gündogan, Gündogans Onkel und Berater, sowie die Dortmunder hatten die Personalie schon seit Tagen medial eingeleitet.

Das Konzept des neuen BVB-Trainer Thomas Tuchel habe Gündogan zum Bleiben bewegt, versucht man die Rolle rückwärts offiziell zu erklären.

Brisanz birgt der Verbleib aber weiterhin: In den sozialen Netzwerken finden viele Fans wenig Positives, dass Verein und Gündogan nach allem was war, nun doch zu einer Vertragsverlängerung gekommen sind.  

Manche unterstellen dem Spieler gar, sich schlichtweg verzockt zu haben - und den BVB mitnichten noch als eine Herzensangelegenheit zu betrachten.

So schreibt ein User: "Gündogan bleibt also beim #bvb, leider aus den falschen Gründen", und ein anderer mäkelt: "Wahnsinn!! #Gündogan verlängert um 1 Jahr beim #BVB. #EchteLiebe ist das nicht..."

Ein anderer Fußballfan merkt sarkastisch an: "Aber hey mit noch 10 Einjahresverträgen hätte er seine Karriere in Dortmund auch rum gebracht."

Und das sind noch die zitierfähigen Tweets zum Thema.

Bald schon das nächste Theater?

Weitere Befürchtung: Weil Gündogan seinen Vertrag nur um ein Jahr verlängert hat, könnte der Hickhack um einen Wechseltheater schon bald in die nächste Runde gehen.

Ähnlich wie im Vorjahr, als der damals am Rücken verletzte Nationalspieler die Laufzeit seines Kontrakt ebenfalls bloß um zwölf Monate ausgebaut hatte.

Und dann seinen Marktwert wohl überschätzte.

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