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Bayer Leverkusen v 1899 Hoffenheim - Bundesliga
Stephan Kießling feiert den Ausgleich gegen Hoffenheim © Getty Images

Leverkusen - Beim Sieg gegen Hoffenheim sorgt Stefan Kießling für Bestmarken und Gänsehautmomente. Kevin Kuranyi kommt dagegen zu einer besonderen Einsicht.

Von Johannes Fischer

Nach getaner Arbeit ging Stefan Kießling noch in die Kurve, um einem kleinen Fan den größten Wunsch zu erfüllen.

"Er hatte mich unter der Woche im Training gefragt, ob ich ihm nach dem Spiel mein Trikot gebe", sagte der Stürmer von Bayer Leverkusen.

Also stapfte Kießling nach dem 2:1-Sieg gegen 1899 Hoffenheim zu seinem kleinen Fan und überreichte ihm das gewünschte Dress - was den Jungen zu Tränen rührte.

Zwei imposante Marken

Doch auch der 31-Jährige, der mittlerweile die meisten Spiele aller aktiven Bundesligisten in der deutschen Eliteliga (346) in den Knochen hat, erlebte einen emotionalen Tag, an dem er gleich zwei imposante Marken setzte.

Mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 holte "Kieß" einerseits HSV-Legende Horst Hrubesch auf Platz 18 der ewigen Torjägerliste ein (136 Tore), andereseits schaffte er sogar etwas Einmaliges:

Zum vierten Mal in Folge erzielte der Bayer-Stürmer in einem Eröffnungsspiel einen Treffer. Dass gleichzeitig auch Klaas-Jan Huntelaar dieses Unterfangen gelang, tat Kießlings besonderen Auftritt keinen Abbruch.

Kuranyi als neues Phantom

Dabei hat der Leverkusener Angreifer nicht die besten Erinnerungen an Hoffenheim: Als er in der vorletzten Saison das Phantomtor zum 3:2-Sieg bei der TSG erzielte, war die Aufregung groß. Längst vergessen.

Doch auch dieses Mal war ein Phantom gegenwärtig: Es hatte sich allerdings kein defektes Tornetz ausgesucht, sondern lief auf dem Platz herum - und trug den Namenszug von Kevin Kuranyi auf dem Trikot.

Der frühere Nationalspieler, der in der Sommerpause von Dinamo Moskau nach Hoffenheim gewechselt war, blieb so gut wie unsichtbar und ließ erkennen, dass er noch längst nicht auf einem bundesligatauglichen Niveau ist.

(DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse)

"Die Bundesliga ist in den letzten Jahren besser geworden", sagte Kuranyi nach seinem Comeback in der ARD. "Ich muss noch viel arbeiten, um das Niveau von früher zu erreichen".

Sein Trainer Markus Gisdol, der ihn in der 58. Minute vom Platz holte, nahm den 33-Jährigen allerdings von jeglicher Kritik aus. "Er hat seine Sache gut gemacht. Er ist noch nicht bei 100 Prozent, aber wir werden noch viel Freude an ihm haben", meinte Hoffenheims Coach. 

Schmidt lobt Matchwinner Brandt

Auf Leverkusener Seite stand neben Kießling vor allem Julian Brandt im Mittelpunkt.

Der 19-Jährige brachte als Joker die drei Punkte in der 61. Minute unter Dach und richtete danach den Blick auf die Champions-League-Qualifikation am Dienstag:

"Wir fahren jetzt mit viel Selbstvertrauen nach Rom und wollen uns im Hinspiel eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel erarbeiten."

Auch Bayer-Trainer Roger Schmidt, der voll des Lobes für Brandt und vor allem auch für Einwechselspieler und Neuzugang Admir Mehmedi war, blickte optimistisch auf den kommenden Dienstag: "Wir fliegen nun mit einem sehr guten Gefühl nach Rom und sind sehr zuversichtlich für die Play-off-Spiele."

Und so endete der Arbeitstag des Stefan Kießling mit einem zufriedenen Gefühl. Spiel gewonnen, Fan und Trainer glücklich gemacht - was will man mehr?

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