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SPORT1-Experte Thomas Strunz analysiert in seiner Kolumne die erneute Pleite des VfB Stuttgart, lobt Douglas Costa und kritisiert den englischen Transferwahn.

Hallo Fußballfans,

der VfB Stuttgart ist mit drei Niederlagen in die Saison gestartet. Beim 1:4 gegen Frankfurt wurde die Mannschaft von Trainer Alexander Zorniger kalt erwischt.

Natürlich ist es für die Offensivspieler schön, wenn man Pressing spielt. Aber im Moment stimmt die Verbindung zur Defensive nicht, Stuttgart fehlt da die Balance. Die Abstände werden gegen Ende des Spiels immer größer. Es bedarf schon einer besonderen Qualität in der Defensive, damit man so einen Spielstil erfolgreich spielen kann.

Anders als der VfB, der schon beim 1:3 gegen den 1. FC Köln ähnliche Schwächen gezeigt hatte wie gegen Frankfurt, bewegt sich Köln nach zwei Siegen und einem Remis im ruhigen Fahrwasser.

Die Mannschaft von Trainer Peter Stöger hatte in den ersten drei Spielen allerdings auch etwas Glück. In Stuttgart hätte man verlieren können. Mit sieben Punkten stehen die Kölner hinter Bayern, Dortmund und Wolfsburg auf Platz vier und können sich ganz entspannt in die Länderspielpause verabschieden.

Der FC Bayern hatte beim 3:0 im Topspiel gegen Bayer Leverkusen keinerlei Mühe. Die Bayern hatten immer Überzahl über die Außen und haben den Gegner einfach müde gespielt. Leverkusen hatte dann schwere Beine von der Englischen Woche.

Herausragend war Douglas Costa. Er sucht immer den direkten Weg zum Tor, hat ein enormes Selbstvertrauen und eine ungeheure Qualität. Und er weiß, was die Fans sehen wollen, das hat er mit seinem Lupfer-Trick in der Schlussphase gezeigt. Die Zuschauer gehen doch ins Stadion, um solche Kabinettstückchen zu sehen. Fußball ist ein Showgeschäft, es ist doch wunderbar, dass ein Spieler sowas zeigt.

Für Costa heben die Bayern 30 Millionen Euro bezahlt, Manchester City soll für Kevin De Bruyne angeblich 80 Millionen bezahlen. Dass De Bruyne 80 Millionen wert sein soll, versteht doch keiner! International hat er noch nicht viel erreicht. Er muss sich erst einmal im Starensemble in Manchester durchsetzen.

Das englische Geld macht alle wahnsinnig. Es ist aber auch eine Chance für die Vereine in Deutschland, einen anderen Weg zu gehen. Man muss kreativer denken und handeln. Die deutschen Klubs sind im Nachwuchsbereich gut aufgestellt. Das ist der richtige Weg.

Bis demnächst,
Euer Thomas Strunz

Ex-Nationalspieler Thomas Strunz ist als Experte im Volkswagen Doppelpass tätig und wechselt sich in dieser Saison bei der sonntäglichen Doppelpass-Kolumne mit Thomas Berthold ab.

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