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München - Mario Götze lässt seine Bayern-Zukunft offen. Die neue Saison wird entscheiden, ob er das schale Gefühl loswird, in München nur einer von vielen zu sein.

Die Schlussbemerkung von Mario Götze kam etwas überraschend.

"Heute nur Fragen zum Spiel", hielt der Mittelfeldspieler des FC Bayern München fest. Nachdem er vorher selbst schon einige Antworten gegeben hatte, die durchaus über das vergangene Spiel gegen den AC Mailand hinausgingen. Und auch über das kommende, das Audi-Cup-Finale gegen Real Madrid am Abend (ab 20.15 Uhr LIVETICKER).

"Erstmal sehen, was passiert" - "Das wird sich rausstellen, ob er (Pep Guardiola) öfter mit mir spricht." - "Ich lass das erstmal auf mich zukommen, dann wird man alles Weitere sehen": Es ist nicht so, dass der Weltmeister-Finaltorschütze im SPORT1-Gespräch damit seinen Abschied ankündigte. Aber er hat die Frage, ob es dazu kommen könnte, doch sehr demonstrativ offen gelassen.

Im Prinzip kommt das nicht überraschend: Schon seit einiger Zeit deutet sich an, dass die anstehende Saison für den 23-Jährigen eine Schicksalssaison wird. Setzt er sich durch beim Rekordmeister, wird er prägende Figur? Oder kristallisiert sich der 37-Millionen-Transfer aus dem Jahr 2013 als Missverständnis heraus?

Mehr Einsätze als viele denken

Noch will man im Klub von dieser These ja nichts wissen.

Sportvorstand Matthias Sammer verwies vor einiger Zeit erst darauf, dass Götze für den Klub ja weit mehr Einsätze bestritten hat, als viele denken.

31 von 33 Bundesligaspielen habe Götze vergangene Saison bestritten,  betonte er, "davon 27 von Anfang an, nur Manuel Neuer und Thomas Müller haben mehr gemacht. In der Champions League hat er neun von zwölf Spielen von Anfang an gemacht."

Was alles stimmt, aber freundlich vernebelt, dass Götze ein paar sehr entscheidende Spiele eben nicht von Anfang an gemacht hat: das Pokalhalbfinale gegen Dortmund zum Beispiel. Oder beide Champions-League-Halbfinals gegen Barcelona.

Kampf gegen den Makel

Wenn's drauf ankommt, spielt Bayern ohne Götze. Das ist der Grund, warum beide Seiten ins Grübeln gekommen sind.

Nicht nur der Spieler, auch der Klub. "Am Ende des Tages ist es auch der Spieler, der die Verantwortung für sich selbst übernehmen muss", mahnte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge kürzlich.

Alternativen für Götze gäbe es ja. Juventus Turin wollte ihn schon zu Dortmunder Zeiten. Und klopfte auch in diesem Sommer wieder an. Der italienische Meister hat Geld, Ambitionen - und weniger Konkurrenzdruck als Bayern.

Andererseits weiß Götze: Den Makel, bei Bayern gescheitert zu sein, bekäme er nicht mehr los. Und die Zukunft des Trainers, der nicht so viel mit ihm spricht, ist ja genauso offen wie seine.

Götze hat also guten Grund noch abzuwarten, wie die Karten gemischt werden.

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