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Werder Bremen v Bayer Leverkusen - Bundesliga
Stefan Kießling (r.) beglückwünscht Julian Brandt (l.) zu seinem Freistoß-Tor gegen Bremen © Getty Images

Bremen - Rechtzeitig vor dem Duell mit dem FC Barcelona erwacht Bayer Leverkusen aus seinem Dornröschenschlaf. Eine Nachricht aus Katalonien macht der Werkself zusätzlich Mut.

Erfüllt von der Vorfreude auf das Highlight beim FC Barcelona war für die Profis von Bayer Leverkusen der 3:0 (1:0)-Pflichtsieg bei Werder Bremen nach dem Schlusspfiff kaum noch der Rede wert.

"Wir haben wieder in die Spur gefunden", sagte Mannschaftskapitän Lars Bender nüchtern, um sich sofort dem Champions-League-Gastspiel am Dienstag bei den Katalanen zu widmen: "Wir müssen jetzt versuchen, dort noch mutiger zu sein."

Gegen erschreckend schwache Hanseaten zeigten die Gäste, wie sie als Außenseiter im Nou Camp bestehen wollen. Präzise Ballstaffetten auf engem Raum, exzellente Raumaufteilung im Mittelfeld - so spielten die Rheinländer speziell in der zweiten Halbzeit mit den Platzherren Katz und Maus. "Das war sehr, sehr stark", lobte sogar der sonst so strenge Sportdirektor Rudi Völler.

Bayer will nicht nur mitspielen

Effektiv und zielstrebig sorgten die Westdeutschen mit ihren Toren von Admir Mehmedi (31.), Julian Brandt (58.) und Kevin Kampl (65.) rasch für klare Verhältnisse, danach wurden die Kräfte für das Bonusspiel in Spanien geschont.

Die Rolle des Underdogs nimmt man in Leverkusen gern an, nur mitspielen allerdings ist dem einstigen UEFA-Pokalsieger bei aller Vorfreude dann doch zu wenig. "Von einem solchen Match träumt jeder Fußballer. Wir wissen um die Stärke des Gegners, aber wir wollen einfach unser Spiel auf den Platz bringen", sagte Kampl, der sich für sein erstes Bundesligator selbst belohnte und kurz entschlossen den Spielball für seinen Trophäenschrank einkassierte.

Nur Coach Roger Schmidt kostete den ungefährdeten Erfolg gegen die überforderten Norddeutschen noch ein bisschen aus und hatte den Kopf noch nicht frei für die Königsklasse: "Ich war vor allem damit zufrieden, dass wir dem Gegner kaum Möglichkeiten gelassen habe. Und es ist wichtig für uns, dass Lars Bender wieder in absoluter Topform ist."

Messi fällt gegen Bayer aus

Das Lob seines Trainers nahm der Nationalspieler ebenso gelassen hin wie die Nachricht vom verletzungsbedingten Ausfall des Barca-Superstars Lionel Messi. "Barcelona hat genug Topspieler im Kader. Es bleibt für uns eine Riesenherausforderung", sagte der 26-Jährige.

Noch vor zwei Wochen hatte auch Werder im Überschwang der Euphorie um die Rückkehr von Claudio Pizarro mit der Rückkehr ins internationale Fußball-Geschäft geliebäugelt. Nach einer englischen Woche mit drei Niederlagen ist in der Hansestadt wieder der Alltag eingekehrt - mit starker Tendenz nach unten.

Die von den Leverkusenern arg gerupfte grün-weiße Truppe durfte sich jedenfalls auf ein Donnerwetter von Coach Viktor Skripnik einstellen. "Ich werde kein Theater machen, aber ich werde schon ein bisschen lauter werden", kündigte der Ukrainer unmissverständlich an.

Eichin poltert

Geschaftsführer Thomas Eichin trommelte das Team in der Kabine zusammen und fand für die Leistung seiner Profis wenig schmeichelhafte Worte: "Es war ein blamabler Auftritt, wir haben im Kollektiv versagt. Jetzt stehen wir genau da, wo wir auch hingehören."

Die Statistik belegt: verdienter Sieg für Bayer
Die Statistik belegt: verdienter Sieg für Bayer © SPORT1

Zwar nimmt der SV Werder nach wie vor den 13. Platz ein, doch vor dem Nordderby am Samstag bei Schlusslicht Hannover 96 sind die restlichen Mannschaften aus dem letzten Tabellendrittel näher an die Bremer herangerückt.

Doch bei aller Enttäuschung wollte Skripnik vom Abstiegskampf (noch) nichts hören: "Wir haben hundertprozentig die Qualität, die Klasse zu halten."

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