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Hannover - Nach dem Sieg über Hannover 96 und neuen Bestmarken fühlt sich Borussia Dortmund wieder auf Augenhöhe mit den Münchnern. Ein Weltmeister blüht bei Tuchel besonders auf.

Vor den ersten Interviews warf Mats Hummels noch einen raschen Blick auf die aktuelle Bundesliga-Tabelle, ehe er den schwarz-gelben Höhenflug erklärte.

"Die Partie stand lange auf des Messers Schneide. Wir haben kein einfaches Spiel gewonnen, sondern eines, dass wir kämpferisch für uns entscheiden mussten", sagte Borussia Dortmunds Mannschaftskapitän nach dem 4:2 (2:1)-Sieg bei Hannover 96, bevor er sich mit einer Wasserflasche zur Dopingkontrolle zurückzog.

Den historisch besten Start einer Mannschaft in der Geschichte der Fußball-Bundesliga mit vier Siegen und 15:3-Toren, zugleich der neunte Pflichtspiel-Erfolg unter Coach Thomas Tuchel, obendrein der Ausbau der Tabellenführung - all' das fühlt sich für die vor einem Jahr noch so leidgeprüften Westfalen unglaublich komfortabel an.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke jedenfalls verließ die mit 49.000 Zuschauern ausverkaufte WM-Arena am Maschsee mit einer gehörigen Portion Optimismus für die kommenden Wochen: "Eine solche Serie gibt natürlich Selbstvertrauen. Wir spielen im Moment einfach guten Fußball."

Wieder auf Augenhöhe mit Bayern

Und das soll auch so bleiben, denn bei den Westfalen sieht man sich im Vergleich mit Rekordmeister FC Bayern München mittlerweile wieder auf Augenhöhe. (DATENCENTER: Ergebnisse)

"Der große Rückstand, den wir hatten, ist viel, viel kleiner geworden. Jetzt ist es richtig eng", meinte Hummels und schaute dabei auch schon auf den Auftakt in der Gruppenphase der UEFA Europa League am Donnerstag (19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVESTREAM sowie im LIVETICKER) gegen FK Krasnodar.

(alle Gruppenspiele vom 17. September bis zum 10. Dezember LIVE im TV auf SPORT1)

Bemerkenswerte Dominanz, gepaart mit beachtlicher Geduld. Diese Mischung war gegen tapfere, aber biedere, Hannoveraner das Erfolgsrezept. (SERVICE: Die Partie zum Nachlesen im TICKER)

Zwar traf 96-Torjäger Artur Sobiech zur 1:0-Führung (18.) und zum 2:2-Ausgleich (53.), doch davon ließen sich die hochüberlegenen Gäste nicht beeindrucken - und antworteten stets prompt.

Felipe als Pechvogel

Zweimal (35. und 85. Minute) vollstreckte Pierre-Emerick Aubameyang vom Elfmeterpunkt. Hinzu kam ein Treffer von Henrikh Mkhitaryan (44.) sowie ein Eigentor von Felipe(67.), der schon bei beiden Strafstößen zum Pechvogel geriet. (HINTERGRUND: Felipe erlebt Tag zum Vergessen)

Tuchel war sich nach der Länderspielpause über die Verfassung seiner Schützlinge nach eigenem Bekunden nicht ganz im Klaren gewesen.

Nun gab er sich erleichtert: "Einfach eine tolle Teamleistung."

Was den Coach nicht davon abhielt, seinen neuen Außenverteidiger Matthias Ginter ausdrücklich zu loben. "Ich habe ihn einfach mal gefragt, ob er sich diese Position vorstellen kann. Und er macht es mit einer großen Ruhe und Beharrlichkeit", sagte der 42-Jährige.

Ginter blüht auf

In der Tat fühlt sich der Ex-Freiburger pudelwohl mit seiner neuen Aufgabe: "Es ist eine Herausforderung, die richtig Spaß macht und bei der ich auch Freiräume habe."

Die er auch gegen die Norddeutschen als Vorlagengeber weidlich nutzte.

Zieler mahnt: Ruhig bleiben

Sobiech als Vollstrecker, Hiroshi Kiyotake als Vorbereiter und eine solide Portion Kampfgeist - viel mehr hatten die Platzherren nicht zu bieten.

Nun muss man gegen den FC Augsburg und den VfB Stuttgart dringend punkten, um Relegationsplatz 16 zu verlassen.

"Wir dürfen uns jetzt nicht verrückt machen lassen, auch wenn ein Punkt aus vier Spielen natürlich zu wenig für uns ist", mahnte Torhüter Ron-Robert Zieler und wollte auf den schlechtesten Start seit 13 Jahren sonst nicht weiter eingehen.

Trainer Michael Frontzeck sah zumindest einen Fortschritt gegenüber der enttäuschenden 0:3-Niederlage beim FSV Mainz 05. "Daran gemessen haben wir diesmal vieles besser gemacht."

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