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1899 Hoffenheim v Werder Bremen - Bundesliga
Bremen erledigt Hoffenheim spät © Getty Images

Sinsheim - Rückkehrer Claudio Pizarro bereitet in der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer gegen Hoffenheim vor, Werders Welt ist fürs Erste perfekt. Hoffenheim liegt am Boden.

Claudio Pizarro hüpfte strahlend über den Rasen, in der Kurve flippten die Fans von Werder Bremen fast aus.

In der 82. Minute war der stürmisch bejubelte Rückkehrer eingewechselt worden, in der zweiten Minute der Nachspielzeit lieferte der "Pizza-Dienst" dann blitzschnell: Pizarro erkannte, dass ein eigener Schuss auf das Tor von 1899 Hoffenheim sinnlos wäre, daher legte er den Ball klug für Anthony Ujah auf - und der Nigerianer erzielte das entscheidende 2:1 beim Bremer 3:1 (1:0)-Sieg.

UEFA-Cup?

Pizarros Interviews dürften die grün-weiße Euphorie nochmals steigern. "Wenn wir so weiterkämpfen, können wir vielleicht etwas Wichtiges erreichen", sagte der beste ausländische Torschütze der Bundesliga: "Den UEFA-Cup vielleicht." (SERVICE: Die Partie zum Nachlesen im TICKER)

Der heißt seit schlappen sechs Jahren UEFA Europa League (ab kommender Woche LIVE im TV auf SPORT1), aber sein letztes Spiel in diesem Wettbewerb fand im März 2010 statt. Aus der Champions-League-Perspektive in München vergisst man so etwas schon mal.

© SPORT1

Jetzt ist Pizarros Selbstverständnis zurück in Bremen. Den Lobeshymnen konnte sich der Peruaner nach seiner Premiere kaum entziehen.

Lob für Pizarro

"Was er Werder bringt, kann man sich nicht kaufen", betonte Trainer Viktor Skripnik bei Sky: "Claudio reichen eben zehn Minuten." Ujah nannte den neuen Teamkollegen schlicht "überragend", und Manager Thomas Eichin erklärte: "Er bringt dem Gegner sofort Unruhe."

Zlatko Junuzovic hatte Werder (7 Punkte) beim Lieblingsgegner in Führung gebracht (45.) und auch den Schlusspunkt (90.+3) gesetzt. (DATENCENTER: Ergebnisse)

Junuzovic am Kopf erwischt

Der Doppeltorschütze war zuvor von Hoffenheims Verteidiger Pavel Kaderabek unglücklich am Kopf erwischt worden: "Ich hatte kurz eine Gehirnerschütterung, dachte schon, ich muss raus. Aber zum Glück konnte ich weitermachen", sagte er bei Sky. "Der Ausgleich war ein kurzer Schock, aber wir haben immer weiter auf Sieg gespielt."

Der eingewechselte Chilene Eduardo Vargas sorgte mit seinem ersten Bundesligator (49.) für den zwischenzeitlichen Ausgleich.

1899 steckt tief in der Krise: Ein Punkt bedeutet den schlechtesten Stand nach vier Spieltagen in der Hoffenheimer Bundesliga-Historie.

Gisdol gefrustet

Trainer Markus Gisdol reagierte frustriert: "Der Gegner war auch nicht besser als wir, wollte wahrscheinlich mit einem 0:0 in die Pause gehen. Dann bekommen wir so ein Tor, in der Nachspielzeit dann noch einen Nackenschlag. Wenn du mit so einer Situation dann in der Kabine sitzt, ist das natürlich nicht schön", sagte er bei Sky. "Wir waren dem Sieg eigentlich näher. Diesen Schock müssen wir erst mal verarbeiten."

Vor 28.312 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena hatte Pizarro, frisch unter Vertrag genommen, zunächst auf der Reservebank gesessen.

Das dritte Engagement des Peruaners bei Werder hatte einen wahren Hype ausgelöst - auch in Sinsheim gab es vor dem Anpfiff Pizarro-Sprechchöre aus dem Bremer Block.

Johannsson neben den Pfosten

Die Gäste hatten in der 7. Minute die große Chance zur Führung. US-Nationalspieler Aron Johannsson köpfte den Ball neben den Pfosten.

Auch in der Folge machte Werder den besseren Eindruck, nach einer Ecke von Junuzovic verfehlte Innenverteidiger Assani Lukimya knapp sein Ziel (20.).

Von Hoffenheim war bis Mitte der ersten Hälfte kaum etwas zu sehen. Die Offensive um Kevin Kuranyi fand nicht statt, die Defensive offenbarte Schwächen - Gisdol war sichtbar unzufrieden.

Erstes Tor für Junuzovic

In der 27. Minute sorgte Junuzovic mit einem Distanzschuss erneut für Gefahr vor dem Hoffenheimer Tor.

Wenige Sekunden vor dem Ende der ersten Halbzeit machte es der Österreicher besser und erzielte sein erstes Saisontor.

© SPORT1

Die Führung war verdient, die schwachen Kraichgauer wurden mit einem Pfeifkonzert in die Kabine verabschiedet.

Hofenheimer Doppelwechsel

Gisdol wechselte zu Beginn des zweiten Durchgangs doppelt. Vargas und Jonathan Schmid kamen, Kuranyi und Steven Zuber mussten weichen.

Die Maßnahme hatte prompt Erfolg: Vargas nutzte die Unordnung in der Bremer Abwehr mit seinem zweiten Ballkontakt zu seinem Premierentreffer.

Wiedwald im Mittelpunkt

Das Tor gab den Gastgebern Auftrieb. Hoffenheim drängte auf die Führung, Werder-Torwart Felix Wiedwald stand mehrfach im Brennpunkt.

Der Treffer für die Kraichgauer schien nur eine Frage der Zeit. Doch es kam ganz anders: dank Claudio Pizarro.

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