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Werder Bremen v FC Ingolstadt - Bundesliga
Der FC Ingolstadt ist mit zehn Punkten überraschend Fünfter der Bundesliga © Getty Images

Bremen - Mit einem Last-Minute-Sieg in Bremen stellt Aufsteiger Ingolstadt einen Bundesliga-Rekord auf - und verdirbt Claudio Pizarro ganz nebenbei die Rückkehr ins Wohnzimmer.

Die No-Name-Truppe des FC Ingolstadt versuchte alles, die Bedeutung des Bundesliga-Rekords herunterzuspielen - doch ausgerechnet aus dem sonst so besonnenen Ralph Hasenhüttl platzte es heraus.

"Das ist sensationell, keine Frage", sagte der Vater des Ingolstädter Bundesliga-Märchens nach dem durchaus verdienten 1:0 (0:0) bei Werder Bremen: "Wir haben Geschichte geschrieben, da sind wir sehr, sehr stolz drauf."

Drei Siege in den ersten drei Auswärtsspielen - das hatte in der 52-jährigen Liga-Geschichte noch kein Aufsteiger geschafft. Der FCI schaffte es. Die Belohnung: Trotz eines negativen Torverhältnisses (3:4) findet sich der bayerische Underdog nach fünf Spieltagen plötzlich auf den Europacup-Plätzen wieder (DATENCENTER: Tabelle).

"Coole Momentaufnahme"

"Das ist eine coole Momentaufnahme", sagte Verteidiger Alfredo Morales und schränkte mit einem breiten Grinsen ein: "Von solchen Rekorden bekomme ich nicht mehr Geld oder mehr Follower bei Instagram."

Als Chef-Pragmatiker gab sich unterdessen Präsident Peter Jackwerth: "Dieser Rekord ist nur etwas wert, wenn wir am Ende der Saison 40 Punkte auf dem Konto haben."

Unter Hasenhüttl nur zwei Auswärtsniederlagen

Ganz überraschend kommt der dritte 1:0-Auswärtssieg des aufmüpfigen Aufsteigers beileibe nicht: Ingolstadt verlor seit Hasenhüttls Amtsantritt im Oktober 2013 von 32 Auswärtsspielen gerade einmal zwei (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

Nach Mainz und Augsburg bekam diesmal Werder die Ingolstädter Tugenden zu spüren. Mit frühem und aggressivem Pressing gingen die Schanzer den Werder-Profis um Rückkehrer Claudio Pizarro gehörig auf die Nerven und setzten mit schnellen Kontern immer wieder Nadelstiche (DATENCENTER: Ergebnisse).

Der späte Siegtreffer durch einen verwandelten Foulelfmeter von Moritz Hartmann (90.+3) nach völlig unnötigem Foul von Assani Lukimya war vom Zeitpunkt her zwar glücklich, aber keinesfalls unverdient.

Werder - Ingolstadt
Der FC Ingolstadt hatte zwar weniger Ballbesitz, dennoch war der Sieg nicht unverdient © SPORT1

Özcan: "Müssen die Kirche im Dorf lassen"

"Wir müssen jetzt die Kirche im Dorf lassen", sagte Torhüter Özcan, der auch bei seinem vierten Liga-Einsatz (als einziger Bundesliga-Torwart) ohne Gegentor blieb, aufgrund der Ingolstädter Rotation aber nicht einmal weiß, ob er auch am Dienstag gegen den Hamburger SV (ab 19.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) im Kasten stehen wird.

Im Lager der Bremer herrschte nach dem nicht einkalkulierten Dämpfer dagegen miese Stimmung.

Die Rückkehr von Pizarro ins Weserstadion hatten sich Fans, Spieler und Verantwortliche anders vorgestellt. "Auf dem Platz haben wir nicht unsere Aufgaben erledigt", sagte der Peruaner angefressen und sprach von einer "verdienten Niederlage".

Pizarro bei Rückkehr blass

Exakt 1232 Tage nach seinem letzten Heimspiel für Grün-Weiß am 5. Mai 2012 wurde Pizarro zur zweiten Halbzeit eingewechselt, konnte der Partie in ungewohnter Rolle als Spielmacher aber im Gegensatz zur vergangenen Woche (3:1 bei 1899 Hoffenheim) nicht die entscheidende Wende geben.

Bei Darmstadt 98 muss Trainer Viktor Skripnik dann zu allem Überfluss auf Philipp Bargfrede verzichten. Der Mittelfeld-Abräumer sah in der fünften Minute der Nachspielzeit wegen groben Foulspiels die Rote Karte.

Ob der gegen Ingolstadt schmerzlich vermisste Zlatko Junuzovic bis dahin wieder zur Verfügung steht, ist noch offen. Am Sonntag wird der erkältete österreichische Nationalspieler jedenfalls noch nicht wieder ins Mannschaftstraining zurückkehren.

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