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Ingolstadt - Der Hamburger SV stoppt vorerst den Höhenflug des FC Ingolstadt. Der HSV genießt den Blick aufs Punktekonto, Träume gestattet Trainer Bruno Labbadia nicht.

Als die Frage nach dem Europacup kam, schüttelte Bruno Labbadia belustigt den Kopf.

"Das ist das alte HSV-Muster", sagte der Trainer des Hamburger SV nach dem 1:0 beim FC Ingolstadt und fügte ernst an: "Der Tabellenplatz ist nach sechs Spieltagen völlig unwichtig - aber die zehn Punkte, die wir haben, die sind geil."

Nach zwei Horror-Spielzeiten, in denen der Bundesliga-Dino den Abstieg nur ganz knapp verhindern konnte, hat Labbadia beim HSV für Stabilität gesorgt.

Im Moment habe es den Anschein, dass das ständige Auf und Ab "ein Ende hat", meinte Dennis Diekmeier schon vor dem Spiel. Und er sollte recht behalten.

HSV der glückliche Sieger

In einem Spiel, das die Hanseaten vor wenigen Monaten noch sicher verloren hätten, waren sie nach einem abgefälschten Freistoß-Hammer des eingewechselten Michael Gregoritsch die glücklichen Sieger.

Doch bei aller Freude über den bereits dritten Dreier der Saison - Euphorie war beim HSV nicht zu spüren.

"Wir nehmen alles mit, aber jetzt von Europacup zu reden, wäre blöd und auch nicht realistisch", sagte der Österreicher Gregoritsch nach seinem ersten Bundesligator. Er haue jetzt zwar eine Floskel raus, ergänzte er, "aber wir denken nur von Spiel zu Spiel".

Das nächste steht am Samstag gegen Schalke 04 an. "Da müssen wir dranbleiben und nachlegen", sagte Gojko Kacar, der wie Labbadia und Gregoritsch "gar nicht rechnen will". Der HSV müsse weiter "hart arbeiten".

Warten auf den ersten Heimsieg

Neuling Ingolstadt macht es seit Wochen vor, wohin harte Arbeit führen kann - zum ersehnten ersten Heimsieg und Heimtor reichte es dennoch wieder nicht.

"Wir haben viel investiert, ein Unentschieden wäre okay gewesen. Aber man sieht, dass in Ingolstadt die Bäume nicht in den Himmel wachsen", kommentierte Coach Ralph Hasenhüttl die zweite Niederlage im Audi-Sportpark im dritten Spiel gelassen.

Groß hadern wollte Hasenhüttl ohnehin nicht. "Wenn der HSV von geilen zehn Punkten spricht, was sollen dann wir sagen?", betonte er angesichts der weiterhin starken Bilanz des Neulings mit ebenfalls zehn Zählern. Mit bislang nur drei Toren hat der FCI immerhin drei Auswärtssiege eingefahren und Bundesliga-Geschichte geschrieben.

Beeindruckende Serie

Diese beeindruckende Serie wollen die Minimalisten der Liga bei Hasenhüttls Ex-Klub 1. FC Köln fortsetzen. "Es werden noch mehr Rückschläge kommen, aber am Freitag ist schon das nächste Spiel, das wir wieder für uns entscheiden wollen", sagte Lukas Hinterseer. Auch Torwart Ramazan Öczan wollte sich mit dem 0:1 nicht lange aufhalten.

"Jetzt geht es weiter", sagte der Österreicher bestimmt, der im fünften Saisoneinsatz den ersten Gegentreffer hinnehmen musste.

Trotz des Dämpfers bleibt der FCI das Überraschungsteam der Liga und vorerst im oberen Tabellendrittel. Gregoritsch meinte anerkennend: "Die werden nichts mit dem Abstieg zu tun haben." Genausowenig wie der HSV wohl mit dem Europacup.

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