vergrößernverkleinern
SPORT1-Experte Thomas Strunz sieht bei Mario Götzes Leistungen beim FC Bayern noch Luft nach oben
SPORT1-Experte Thomas Strunz sieht bei Mario Götzes Leistungen beim FC Bayern noch Luft nach oben © SPORT1/Getty Images

SPORT1-Experte Thomas Strunz ist nach dem deutschen Sieg gegen Polen begeistert von Phänomen Thomas Müller und erklärt, warum Mario Götze beim FC Bayern Probleme hat.

Hallo Fußballfans,

Mit dem 3:1-Sieg gegen Polen hat die deutsche Nationalmannschaft ihre Pflicht erfüllt. Als Weltmeister muss man den Anspruch haben, die Polen vor eigenem Publikum zu schlagen. Es war ein sehr ansprechendes Spiel in den ersten 30 Minuten. Nach dem Gegentor zum 2:1 hat die Mannschaft schon ein bisschen gewackelt. Das zeigt auch, dass noch ein paar Sachen zu verbessern sind.

Erfreulich waren dagegen die Leistungen der beiden Torschützen Mario Götze und Thomas Müller. Man muss sich ja mittlerweile fragen: Wann trifft Thomas Müller mal nicht? Er ist ein absolutes Phänomen. Er interpretiert jede Position richtig. Er weiß, was er zu tun hat. Mario Götze muss sich dagegen durchbeißen. Das Vertrauen, dass er in der Nationalmannschaft von Löw hat, muss er sich im Verein erst erarbeiten. Dort herrscht ein Verdrängungswettbewerb.

Dennoch bin ich der Meinung, dass wir einen klassischen Mittelstürmertyp bräuchten. Wir haben ihn aber nicht. In der Bundesliga gibt es wenige Mittelstürmer, die einen deutschen Pass haben. Max Kruse, Kevin Volland  sind alles keine klassischen Stürmer. Daniel Ginczek hat gefühlt 15 gute Spiele für den VfB gemacht. Er muss sich erst mal stabilisieren und viele Tore schießen.

Die Außenverteidiger-Positionen sind weiterhin eine Baustelle. Das ist aber ein strukturelles Problem. Wir haben unglaublich viele Toptalente für die Offensive. Auf der Außenverteidiger-Position müssen wir uns Gedanken machen, wie wir ein höheres Niveau erreichen können. Der Bundestrainer hat gar keine richtigen Alternativen. Er muss ja eigentlich immer gelernte Mittelfeldspieler auf dieser Position einsetzen.

In der Mittelfeldzentrale gibt es für mich einen Zweikampf zwischen Ilkay Gündogan und Toni Kroos. Wenn Bastian Schweinsteiger gesund ist, ist er für mich unumstritten gesetzt. Er ist die Persönlichkeit auf dem Platz schlechthin. Und dann ist es eben eine Philosophiefrage. Kroos ist eher ein Stratege. Gündogan hat mehr Dynamik in seinem Spiel und mehr Zug zum Tor. Das ist ein Luxusproblem, dass der Bundestrainer zu lösen hat.

Bis demnächst, Euer Thomas Strunz

Ex-Nationalspieler Thomas Strunz ist als Experte im Volkswagen Doppelpass tätig und wechselt sich in dieser Saison bei der sonntäglichen Doppelpass-Kolumne mit Thomas Berthold ab.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel