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München - Martin Bader ist neuer Geschäftsführer von Hannover 96. Bei SPORT1 spricht der 47-Jährige über seine Aufgabe und den in der Kritik stehenden Trainer Michael Frontzeck.

Martin Bader gönnt sich keine Pause.

Offiziell sitzt der 47-Jährige noch bis zum 30. September als Sportvorstand des 1. FC Nürnberg an seinem Schreibtisch.

Doch diesen hat Bader längst geräumt, denn am 1. Oktober beginnt für ihn ein neues Abenteuer. Bader wurde am Donnerstag als neuer Geschäftsführer von Hannover 96 bestätigt.

"Grundsätzlich wäre nach so einer langen Zeit beim Club eine Pause immer hilfreich", sagte Bader im Gespräch mit SPORT1. "Aber die Situation in Hannover hat es so ergeben, dass 96 kurzfristig diese Stelle besetzen wollte, und da stellt man selbstverständlich dann Privates hinten an."

Dreijahresvertrag für Bader

Bei den Niedersachsen hat Bader einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Auf den ersten Blick ist es ein Aufstieg für ihn, weil er aus der Zweiten Liga nach Hannover kommt. Doch die Roten geben aktuell sportlich ein beängstigendes Bild ab.

96 steht mit nach sechs Spieltagen mit nur einem mickrigen Pünktchen auf dem letzten Tabellenplatz. (Datencenter: Spielplan und Ergebnisse) Nach der Last-Minute-Rettung am letzten Spieltag der vergangenen Saison geht erneut die Angst vor dem Abstieg  um. Doch Angst hat Bader nicht.

"Es ist eine sportliche Momentaufnahme, die nicht schön ist, aber auch eine Herausforderung, diese zu lösen." Angst sei grundsätzlich "ein schlechter Ratgeber."

Frontzeck unter Druck

Dennoch: 96-Coach Michael Frontzeck steht vor dem Niedersachsen-Derby am Samstag beim VfL Wolfsburg (ab 15 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) extrem unter Druck. Ein erster Sieg muss her. Hannovers Boss Martin Kind will das Spiel bei den "Wölfen" jedoch nicht als Endspiel für Frontzeck werten.

Das 1:3 gegen Stuttgart war die fünfte Pleite in Folge. Frontzeck steht für einige Kritiker schon vor dem Aus. Mit Mirko Slomka wird schon ein heißer Nachfolger-Kandidat gehandelt.

Kind erneuerte zwar fürs Wolfsburg-Spiel die Jobgarantie für Frontzeck, rückte gleichzeitig aber von ihm ab.

"Spiele geben sehr wenig Hoffnung"

"Die Leistungsstruktur ist nicht ausreichend. Die Spiele geben sehr wenig Hoffnung", sagte er in der Bild. Heißt: Kind traut Frontzeck die Wende offenbar nicht mehr zu.

Bader kennt die Mechanismen des Geschäfts. Wird es seine erste Amtshandlung sein die Entlassung von Frontzeck zu verkünden?

Bader meinte dazu nur: "Ab dem 1. Oktober bin ich offiziell bei 96. Meine Grundhaltung ist generell, unterstützend tätig zu sein und alle Mitarbeiter erst kennen zulernen. Ohne die Kenntnis können keine Entscheidungen getroffen werden."

Das klingt zumindest vorerst nach Rückendeckung für Frontzeck von seinem neuen Chef.

Frontzeck freut sich auf Bader: "Wir kennen uns nur aus den diversen Spielen unserer bisherigen Klubs. Wir haben ein paarmal telefoniert. Er ist ein angenehmer Gesprächspartner und ein sehr kompetenter Mensch. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Er wird dem Klub sicher gut tun."

Lob von Kind

Kind spricht von einer zukunftsweisenden Personalentscheidung und nennt Bader einen ausgewiesenen Fachmann. Ein Rucksack voller Lorbeeren also für den Nachfolger von Dirk Dufner.

"Martin Kind hat sich lange Gedanken gemacht und mehrere Gespräche geführt", so Bader. "96 hat sich mit meiner bisherigen Arbeit lange beschäftigt und man ist beidseitig der Meinung, dass diese Konstellation gut passt."

Bader selbst bezeichnet den Verein als "toporganisierten Klub". Unabhängig von den Probleme in der vergangenen Saison und an den ersten sechs Spielen der aktuellen Runde.

Erstklassige Bedingungen

"Das Stadion, die Vereinsstruktur und die wirtschaftlichen Voraussetzungen sind erstklassig. Dazu noch die Tradition und eine große Fanunterstützung."

Eine genaue Zielrichtung für seinen neuen Klub will Bader noch nicht vorgeben. "Das ist noch viel zu früh darüber zu reden." Wichtigstes Ziel sei es "erstklassig zu bleiben."

Doch dann wird er doch konkreter: "Strukturen und Mitarbeiter kennenzulernen und daraus dann mit allen gemeinsam einen Weg und ein Profil für die Zukunft des Vereins zu entwickeln", sagte Bader. "Eins nach dem anderen."

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