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Babak Rafati prangert "systematisches Mobbing" an
Babak Rafati hat seine Meinung zum Videobeweis geändert © Getty Images

Ex-Schiedsrichter Babak Rafati spricht sich für einen Test des Videobeweises in der Bundesliga aus. Das Hilfsmittel würde die Autorität des Referees nicht untergraben.

Nicht zuletzt wegen der krassen Fehlentscheidung von Schiedsrichter Knut Kircher im Bundesliga-Spiel zwischen Bayern München und dem FC Augsburg (2:1) hat Ex-Referee Babak Rafati (45) zumindest eine temporäre Einführung des Videobeweises gefordert.

"Es kann nicht schaden, wenn wir den Videobeweis testen. Man kann es nach ein paar Monaten wieder einstellen, wenn es nichts bringt", sagte der 45-Jährige bei t-online.de.

Zuvor hatte sich unter anderem der frühere Meistertrainer Felix Magath für den Videobeweis eingesetzt. Rafati gab derweil zu, dass er zur Zeit seiner aktiven Karriere dagegen gewesen wäre.

"Nicht mehr diesen Tunnelblick"

"Ich beurteile es mittlerweile jedoch anders. Da ich nicht mehr diesen Tunnelblick habe - frei nach dem Motto: 'Lasst bloß keinen ran an unsere Sekte'", sagte der 45-Jährige.

Erst am Wochenende war bekannt geworden, dass der brasilianische Verband CBF auf Initiative der heimischen Klubs beim Thema Videobeweis einen Vorstoß plant.

Ab 2016 sollen in der ersten Liga kritische Entscheidungen von einem Videorichter gefällt werden.

Zunächst soll nun beim Weltverband der Antrag gestellt werden, als erster Verband offiziell den Videobeweis einführen zu dürfen.

Unterstützung für den Schiedsrichter

Bislang sind nur technische Hilfsmittel wie das Hawk-Eye in der Bundesliga erlaubt, um auf Tor oder Nicht-Tor zu entscheiden.

Rafati findet diese Idee gut. "Es geht mittlerweile um so viele Millionen Euro, warum sollten wir nicht den Oberschiedsrichter einführen, der eine Entscheidung von oben ganz ohne Emotionen treffen kann?", fragte Rafati und führte fort: "Mittlerweile gibt es so viele enge Situationen, die man mit dem menschlichen Auge gar nicht mehr wahrnehmen kann. Das würde auch nicht die Autorität des Schiedsrichters untergraben, sondern ihn vielmehr unterstützen, da es den Hass-Faktor auf den Schiedsrichter deutlich verringert."

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