Video

Augsburg - 1899 Hoffenheim gelingt trotz mäßiger Leistung der erste Dreier der Saison. Der Kapitän ist überragend. Gegner Augsburg schiebt derweil Frust.

Hoffenheims Trainer Markus Gisdol wusste, bei wem er sich bedanken musste. "Kevin Volland hat sich diese Leistung verdient. Es war sehr schön, dass er einen großen Anteil hatte, dass wir dieses Spiel gewonnen haben", sagte ein sichtlich erleichterter Gisdol nach dem glücklichen 3:1 (1:1) beim FC Augsburg.

Volland war beim ersten Saisonsieg der Kraichgauer der Mann des Tages. Die ersten beiden Treffer der TSG erzielte der Kapitän, der in den letzten Wochen in der Kritik stand, höchstpersönlich (10. und 68./Foulelfmeter). Das dritte durch Jonathan Schmid (73.) bereitete der Nationalspieler vor.

"Es ist grundsätzlich schön, einen Doppelpack zu schnüren und so der Mannschaft zu helfen", sagte der 23-Jährige nach seinem starken Auftritt mit strahlendem Gesicht. Vorbei sind die Zeiten, in denen Volland mit sich und seinem Team haderte. "Das tut uns enorm gut", fügte er an.

"Nicht gut gespielt - aber drei Punkte"

Auch für ihn sei es schön, "dass die Dinger wieder reingehen". Zuvor hatte Volland nur einmal vor fünf Wochen beim 1:2 gegen den FC Bayern getroffen - "aber ich habe mich nicht verrückt machen lassen".

Auch Gisdol betonte, dass er trotz des schlechten Saisonstarts "die letzten Wochen nicht unruhig" gewesen sei. "Ich war immer 100 Prozent überzeugt von der Mannschaft. Wir finden uns von Woche zu Woche besser. Der Sieg wird uns einen weiteren Schub geben."

Dass der Dreier in Augsburg dennoch glücklich war, räumten aber auch Gisdol und Volland offen ein. Doch für die TSG zählte letztendlich nur das Ergebnis. "Nicht gut gespielt, aber drei Punkte. Das ist das, was wir gebraucht haben. Ein geiler Tag", fasste Eugen Polanski das Geschehen vor 27.112 Zuschauern kurz zusammen.

Von einem geilen Tag war der FC Augsburg dagegen weit entfernt. Die Stimmung war wegen des tragischen Unfalltodes zweier FCA-Fans nach dem 2:4 in Gladbach ohnehin schon gedämpft gewesen. Die erneute Pleite sorgte für noch mehr Tristesse.

Frust beim FCA

Manager Stefen Reuter sprach von einer "schwierigen Woche", appellierte aber vor der Heimpremiere in der Europa Leaue am Donnerstag (19.00 Uhr) gegen Partizan Belrad nach fünf Niederlagen in den letzten sechs Pflichtspielen an den Zusammenhalt. "Wir müssen jetzt geschlossen bleiben", sagte der Weltmeister. Der Vorteil sei, "dass wir solche Situationen schon gemeistert haben".

Doch die Doppelbelastung scheint dem Überraschungsteam der vergangenen Saison doch mehr zuzusetzen, als viele glauben wollen. Oft fehlt dem FCA die Leichtigkeit, vor allem aber die letzte Entschlossenheit im Abschluss. Anstatt nach dem Ausgleich durch Ja-Cheol Koo (38.) nachzulegen, "haben wir uns hart bestraft", meinte Reuter.

"Wir haben zu viele Chancen liegen lassen", ergänzte ein frustrierter FCA-Trainer Markus Weinzierl, "und außerdem haben wir Hoffenheim bei den Toren mit individuellen Fehlern eingeladen". Was Volland dankend annahm. 

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel