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München - Die englischen Klubs werfen auf dem Transfermarkt mit Geld um sich. Die Experten im Doppelpass diskutieren kontrovers - und sehen die Bundesliga in der Pflicht.

Der Transferwahnsinn in der Premier League hat auch im Volkswagen Doppelpass für mächtig Diskussionsstoff gesorgt.

Die aktuelle Vormachtstellung und die immense Kaufkraft der Engländer wundert zumindest Felix Magath nicht.

"Das ist eine völlig normale Entwicklung, die wir schon die ganzen Jahre über nicht wahrhaben wollten", sagte der ehemalige Meistertrainer: "Das Geld regiert den Fußball. Und da das meiste Geld in England liegt, regieren eben deren Klubs."

Strunz sieht keinen Grund zur Panik

Man müsse der Tatsache Rechnung tragen, dass das Geld im Vordergrund stehe, ergänzte der 62-Jährige: "Wir haben immer noch diese romantische Vorstellung und möchten diese bewahren, aber auch international eine starke Rolle spielen. Doch das widerspricht sich."

In der Bundesilga seien Transfers in Höhe von 80 Millionen Euro - wie etwa der von Kevin De Bruyne vom VfL Wolfsburg zu Manchester City – kaum möglich.

Für Thomas Strunz ist das allerdings längst kein Grund zur Panik. "Wir sollten uns nicht mit der Premier League vergleichen", sagte der SPORT1-Experte. "Wir müssen unser System mit den Fans und den vollen Stadien aufrechterhalten."

Nur FC Bayern kann mithalten

Gleichzeitig sei es jedoch wichtig, die Wirtschaftlichkeit herzustellen, "um nicht in die Bedeutungslosigkeit abzudriften. Wir können uns doch darüber freuen, dass wir 200 Millionen Euro von den Klubs der Premier League bekommen haben. Ich mag das ganze Gejammer nicht", beteuerte Strunz.

Wenn aktuell überhaupt ein Bundesliga-Klub ansatzweise mit der Premier League mithalten kann, ist es der FC Bayern.

Allerdings hat das den Preis, dass in Deutschland kaum ein anderer Verein mit dem deutschen Rekordmeister mithalten kann – weder sportlich noch finanziell.

Münchner Dominanz

"Wir müssen aufpassen, dass wir den Wettbewerb nicht einstellen", warnte Magath. "Der FC Bayern ist nicht mehr einzuholen und wird in den nächsten fünf bis zehn Jahren immer Meister."

Für den 62-Jährigen ist die Lage in der Liga zementiert: "Vereine wie der FC Augsburg können nicht nach oben kommen, weil sie die Spieler nicht halten können. Selbst der VfL Wolfsburg kann einen Kevin De Bruyne nicht halten, obwohl man eigentlich die Möglichkeiten dazu hätte."

Strunz stellte daraufhin die Frage, wie man die Dominanz des FCB bremsen könne: "Dürfen die Bayern jetzt keine Spieler mehr holen oder soll man ihnen vielleicht Geld abnehmen?"

Bundesliga muss sich ändern

Nach Magaths Ansicht käme man daher nicht umhin, auch über die 50+1-zu Regel diskutieren: "Wenn die Bundesliga und nicht nur der FC Bayern international konkurrenzfähig bleiben will, dann muss sie sich ändern."

Auch Reiner Calmund sieht diesbezüglich Änderungsbedarf. "Auf die Dauer werden wir den internationalen Fußball in den nächsten fünf, sechs Jahren nicht so fortsetzen können, wenn wir nicht über TV-Gelder und Ticketeinnahmen die Einnahmen steigern", meinte der langjährige Manager von Bayer Leverkusen.

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