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Bayer Leverkusen v FC Augsburg - Bundesliga
Sebastian Boenisch (r.) tröstet Bernd Leno nach dessen Missgeschick © Getty Images

Bernd Leno vermasselt mit einer Slapstick-Einlage Leverkusens Sieg gegen Augsburg. Statt Kritik gibt es aber von Teamkollegen und Fans nur Aufmunterung.

Fassungslos schlug Bernd Leno in der 12. Minute die Hände vors Gesicht und hätte sich am liebsten in den Rasen eingegraben. Gerade hatte der Keeper von Bayer Leverkusen eine Slapstick-Nummer hingelegt, die in jede Jahresrückschau Einzug finden wird.

Leno hatte bei einem lockeren Rückpass von Innenverteidiger Jonathan Tah über den Ball gehauen und dadurch den 1:0-Führungstreffer des FC Augsburg verschuldet. 

"So etwas wirft mich nicht um"

"Wenn man einmal daneben haut, dann ist der Ball drin. Manchmal hat man halt die Arschkarte", haderte der Leverkusener Schlussmann nach dem 1:1 gegen die Schwaben mit dem Schicksal des Torhüters bei Rückpässen.

"Das war ein Blackout, den muss ich mir ankreiden lassen." Dass er durch den Patzer langfristigen Schaden nehmen würde, glaubt Leno jedoch nicht. "So etwas wirft mich nicht um!"

Als Sündenbock musste sich Bernd Leno sowieso nicht fühlen. Ob Mannschaftskollegen, Trainer Roger Schmidt oder die Fans - alle bauten den angehenden Nationaltorwart nach seinem schweren Patzer zur Gäste-Führung noch im Innenraum mit vielen freundlichen Worten und Gesten wieder auf. Die Fans der Rheinländer skandierten sogar immer wieder "Bernd Leno"-Sprechchöre - mehr Trost geht kaum.

Doch zweifellos hätte sich der 23-Jährige beim Gang in die Kabine noch besser gefühlt, hätten die Rheinländer die Begegnung nach seiner unfreiwilligen Slapstick-Einlage noch gedreht und damit Platz vier erreicht.

Keine Vorwürfe von Schmidt

Denn ausgerechnet im ersten Spiel nach seiner ersten Berufung für den Weltmeister-Kader von Bundestrainer Joachim Löw leistete sich der Schlussmann einen peinlichen Blackout.

Von seinem Trainer bekam Leno jedoch volle Rückendeckung: "Das passiert einmal in einer Laufbahn, da kommt viel Pech zusammen. Man kann ihm keinen Vorwurf machen", sagte Schmidt.

Allerdings ist es in dieser Saison nicht das erste Mal, dass Leno bei einem Gegentreffer eine unglückliche Figur abgab. Schon bei Dortmunds 3:0-Sieg gegen Bayer verschuldete der Keeper das erste BVB-Tor, als er zu unentschlossen aus seinem Kasten kam und von Jonas Hofmann düpiert wurde.

Calhanoglu verschießt Elfmeter

Nationalspieler Karim Bellarabi traf zwar auch noch vor der Pause zum Ausgleich (39.), mehr sprang für Bayer trotz zahlreicher Großchancen aber nicht heraus - Hakan Calhanoglu vergab sogar einen Handelfmeter (71.).

Kapitän Lars Bender monierte nach Spielschluss denn auch die miserable Chancenverwertung und sparte Leno von jeglicher Kritik aus: "Es ist enttäuschend und bitter. Wir haben in der zweiten Halbzeit alles versucht, um zu gewinnen. Mehr kann man eigentlich nicht machen - außer Tore schießen."

Der FCA kann den glücklichen Punktgewinn dagegen als Ermutigung für den Kampf gegen seine Probleme gut gebrauchen. Zumindest müssen die Gäste die bevorstehende Länderspielpause schon einmal nicht mehr auf einem direkten Abstiegsplatz verbringen. Die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl hat allerdings weiter nur eines der nunmehr acht vergangenen Pflichtspiele gewonnen.

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