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Markus Gisdol (l.) hat einen Vertrag bei 1899 Hoffenheim bis 2018 © imago

München - Vor Hoffenheims Spiel gegen den HSV wächst die Kritik an Trainer Markus Gisdol. Die Mannschaft wehrt sich gegen Behauptungen, es stimme nicht zwischen Team und Coach. Kevin Volland springt Gisdol zur Seite.

Vor dem Spiel gegen den Hamburger SV (Fr., ab 20 Uhr LIVE in unserem Sportradio auf SPORT1.fm und im LIVETICKER) ist bei 1899 Hoffenheim nicht nur sportlich einiges im Argen. Nach dem Absturz auf Platz 17 steht Trainer Markus Gisdol massiv in der Kritik.

Den Abstiegskampf hatte man im beschaulichen Kraichgau nach den Plätzen acht und neun in den vergangenen beiden Spielzeiten nicht auf dem Zettel.

Von einem Endspiel für Gisdol ist die Rede. Die Bild berichtete von internen Querelen und Missstimmung.

Das Team soll angeblich nicht mehr mit Gisdol, der seit April 2013 Chefcoach ist, zusammenarbeiten wollen. Hauptvorwurf: Es werde zu wenig trainiert.

Volland schwillt der Kamm

Doch wie es aussieht, ist das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer durchaus intakt. 

Als Kevin Volland am Mittwoch von den Medienberichten und den Attacken gegen seinen Trainer erfuhr, entschloss er sich eigenmächtig, während Gisdols Pressekonferenz auf das Podium zu treten und über die Gerüchte und die sportliche Schieflage zu sprechen.

"Die Mannschaft steht vollkommen hinter dem Trainer, ganz klar", betonte der Nationalspieler: "Es ist eine Lüge, was zu lesen war. Dass der Großteil nicht hinter dem Trainer steht, das ist absolut falsch. Ich bin mir sicher, dass wir zusammen mit dem Trainer aus der Situation herauskommen können."

Wie SPORT1 von einem Insider erfuhr, war Volland aber gar nicht dafür vorgesehen, um auf der Pressekonferenz an Gisdols Seite zu den anwesenden Journalisten zu sprechen.

Vorher hatte der Mannschaftsrat bei 1899-Mäzen Dietmar Hopp antreten müssen. Nach SPORT1-Informationen wurden Kapitän Pirmin Schwegler, Eugen Polanski und Volland als Meinungsführer beim Klub-Boss vorstellig und wiesen zurück, dass das Team gegen Gisdol sei.

Schwegler, Volland und Polanski bei Hopp

Doch nachdem dies weiter öffentlich behauptet wurde, beschloss Volland stellvertretend für das Team, dies in der Pressekonferenz richtigstellen zu dürfen. 

Gisdol ist nach nur einem Sieg aus den ersten neun Bundesligaspielen angezählt, wird aber gegen den HSV auf der Bank sitzen.

Polanskis Kritik an der Einstellung und am taktischen Verständnis einiger seiner Teamkollegen nach dem 2:4 beim VfL Wolfsburg hat Gisdol positiv aufgenommen. Auch ein Zeichen, dass es keine Gräben zwischen den Spielern und ihm gibt.

"Volle Unterstützung" für Polanski

"Natürlich waren seine Aussagen Thema in der Mannschaft. Eugen bringt die Dinge auf den Punkt - er hat meine volle Unterstützung", meinte Gisdol zur Brandrede des Mittelfeldspielers.

Er habe "das Gefühl, dass die Mannschaft am Freitag etwas zeigen möchte", sagte Gisdol. "Deswegen bin ich guten Mutes, dass wir einen Sieg einfahren werden."

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