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FC Bayern Muenchen v Borussia Dortmund - Bundesliga
Thomas Müller erzielte beim Sieg des FC Bayern gegen Borussia Dortmund bereits sein 8. Tor in dieser Bundesliga-Saison © Getty Images

München - Thomas Müller hat nach der Gala im Topspiel gegen den BVB fast Mitleid mit dem neutralen Fan. Sammer warnt, Tuchel hadert. SPORT1 fasst Stimmen zum Topspiel zusammen.

Nach dem 5:1 im Topspiel gegen Borussia Dortmund hat Tabellenführer FC Bayern in der Bundesliga bereits sieben Punkte Vorsprung auf den BVB.

Dennoch wollen die Münchner von einer Vorentscheidung nichts wissen. Dortmund hadert.

SPORT1 fasst die Stimmen zum Topspiel bei Sky und aus der Mixed Zone zusammen:

Pep Guardiola (Trainer Bayern München): "Wir haben das erste Tor gemacht, ohne vorher viele Chancen zu haben. Damit ist unsere Spielweise viel ruhiger geworden. Mit einem 2:1 wäre es in der zweiten Halbzeit gegen Dortmund schwer geworden.

Das dritte Tor war entscheidend. Das war ein Wahnsinnspass von Jerome und eine super Ballkontrolle von Robert. Jerome ist einer der besten Spieler im Aufbau. Mit seinen diagonalen Bällen zwischen die Linien auf Lewandowski und Müller ist er überragend.

Ich gratuliere unseren Spielern, nicht nur zu diesem Spiel, sondern zu den letzten Monaten. Wir haben es gut gemacht. Wir sind sehr zufrieden, weil wir gegen eine der besten Mannschaften Europas gewonnen haben. Wir haben besprochen: Wenn wir den BVB spielen lassen, sind wir kaputt - aber wir haben sie sehr gut kontrolliert." 

… über den Beinamen "Kaiser" für Jerome Boateng durch Thomas Müller: "Das ist nicht gut für Jerome. Franz Beckenbauer ist die Nummer eins. Jerome ist Jerome."

Thomas Tuchel (Trainer Borussia Dortmund): "Wir haben am Anfang fast alles richtig gemacht, aber schon da hatten wir im letzten Drittel nicht die Konsequenz, die die Bayern später ausgezeichnet hat. Wir müssen zurückkommen zu mehr Bissigkeit und Aufmerksamkeit."

"Wir haben es den Bayern unter dem Strich viel zu einfach gemacht. Das 0:1 ist eines der bittersten Tore, das du kriegen kannst, ein Flugball über 40 Meter. Das darf nicht passieren. Auch das 1:3 nicht, da müssen wir die Schnittstelle viel schneller schließen. Dazu bekommen wir bei einem Konter einen billigen Elfmeter. Wir müssen uns jetzt schütteln und dann neu aufstellen - und das ist auch bitter nötig." 

Thomas Müller (FC Bayern): "Bei meinem ersten Tor hat der "Kaiser" Jerome Boateng die Lücke gesehen. Ich hab einfach den Raum gesehen, Jerome hat ihn super gespielt.

Das war ein Big Point - sieben Punkte Vorsprung und die Art und Weise des Sieges, das ist schon ein Signal. Wichtig war, dass wir nach der Halbzeit das 3:1 machen. Es hat unserem Spiel sehr gut getan, dass wir die Sache so schnell klar gemacht haben. Und das genießt man dann schon auf dem Platz. Dortmund war das ganze Spiel nicht schlecht. Aber wir haben unsere Chancen ausgenutzt. 

Der Sieg bedeutet, dass der FC Bayern nach acht Spielen eine sehr gute Ausgangslage hat. Für den neutralen Fan könnte es spannender sein, aber es ist nicht angebracht von der Meisterschaft zu sprechen. Wir haben noch eine lange Saison, in der viel passieren kann. Aber wir wollen die Liga natürlich so unspannend wie möglich machen."

Matthias Sammer (Sportvorstand FC Bayern): "Ich glaube, dass wir verdient gewonnen haben, wenn auch etwas zu hoch. Ganz realistisch gehört neben der Leistung auch das Glück dazu oder auch die Hilfe des Schiedsrichters. Gegen Augsburg und Hoffenheim hätten wir auch Punkte liegen lassen können.

Wir sind super gestartet, aber wir wissen auch, was die Mannschaft dafür geleistet hat. Wir werden ganz normal weitermachen, als wäre nichts passiert und uns nicht mit Eventualitäten. Es gibt wunderbare Videos von Marathonläufern, die vor dem Ziel zu früh gejubelt haben. Was dann passiert ist, können sie sich vorstellen."

Franz Beckenbauer (Ehrenpräsident FC Bayern): "Bayern ist gefestigter als im letzten Jahr, als Ribery und Robben verletzt waren. Kein Mensch spricht heute von Robben oder Ribéry. Sie haben sich gezielt verstärkt, sind noch besser geworden. In der Rückwärtsbewegung sind sie aber  manchmal sorglos, da müssen sie aufpassen. Sie werden international wieder Gegner bekommen, die schnell von vorn spielen. Dann kriegen sie Probleme."

... über Jerome Boateng: "In den letzten zwei Jahren spielt Boateng auf absolutem Weltklasseniveau. Er spielt seine Schnelligkeit und Geschmeidigkeit gar nicht aus, weil er selten gefordert wird. Er wirkt pomadig, aber das ist er nicht. Er ist einer der besten Innenverteidiger der Welt."

… über Robert Lewandowski: "Lewandowski kommt viel besser ins Spiel als in der Vorsaison. Robben und Ribéry haben gedribbelt und selbst abgeschlossen. Nur wenn sie nicht wussten wohin mit dem Ball, haben sie ihn angespielt. Er ist jetzt viel besser integriert."

… über Arturo Vidal: "Götze soll nicht so blind und ungestüm spielen wie Vidal. Er ist nicht fit, weil er seiner Form hinterherläuft - weil er keine Vorbereitung hatte. Wenn einer spielt, wird er so kritisiert, als wenn er in einer 100-prozentigen Verfassung ist."

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