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Marc Stendera (l.) erzielte seinen ersten Doppelpack in der Bundesliga © Imago

Hannover - Dank Youngster Marc Stendera beendet die Eintracht den freien Fall - auch weil Trainer Armin Veh sein taktisches Konzept über den Haufen wirft. Boss Bruchhagen meckert dennoch.

Der Jubel von Armin Veh ließ tief blicken: Kaum war der 2:1-Sieg bei Hannover 96 unter Dach und Fach, sank der Trainer von Eintracht Frankfurt am Spielfeldrand in die Knie, ballte beide Hände zu Fäusten und schrie seine Freude laut heraus.

Das Ende der fünf Spiele andauernden Sieglos-Serie dank eines Doppelpacks von Youngster Marc Stendera war Balsam auf die Frankfurter Fußball-Seele - und nahm mit Blick auf die Tabelle zunächst mal Druck vom Kessel.

Veh: "Unheimlich glücklich"

"Ich bin unheimlich glücklich", sagte Veh nach dem Kraftakt von Hannover und sprach von einem "ganz wichtigen Sieg". Vor dem schweren Heimspiel gegen Bayern München am kommenden Freitag verschafften sich die Hessen ein kleines Polster zu den Abstiegsrängen. (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Zu bedanken, das wusste Veh, hatte er sich vor allem bei Matchwinner Stendera. Der 19-Jährige drehte mit seinen beiden Treffern innerhalb von acht Minuten die Partie, nachdem Felix Klaus die Gastgeber zunächst in Führung gebracht hatte (51.).

"Meine zwei Tore waren wichtig, aber der Sieg war wichtiger", sagte Stendera nach seinem ersten Bundesliga-Doppelpack bescheiden. Man könne "stolz auf die Mannschaft sein", so der U19-Europameister von 2014.

Veh ändert die Taktik

Die Rückschläge der vergangenen Wochen hatten bei Veh Spuren hinterlassen. Und so überraschte der Frankfurter Übungsleiter im Kampf gegen die aufkommende Krise in Hannover mit einem taktischen Paradigmenwechsel, in dem er seine offensive Spiel-Philosophie kurzerhand über Bord warf. (SERVICE: Statistiken zum Spiel)

Statt mit zwei Stürmern präsentierte sich die Eintracht mit dem neuen, defensiveren 4-2-3-1-System nach vorne zwar deutlich harmloser, doch hinten längst nicht so anfällig wie bei der 1:5-Klatsche vor Wochenfrist gegen Borussia Mönchengladbach.

© SPORT1

Hradecky: "überlebenswichtiger Sieg"

"Wir waren schon ein bisschen nervös", gestand Veh, sprach angesichts von nur einem Punkt aus den vergangenen fünf Spielen aber von einer "guten Reaktion" seiner Mannschaft. Und so war das "Wie" des Sieges am Ende nicht nur Abwehrchef Marco Russ völlig "Wurst". Keeper Lukas Hradecky sprach gar von einem "überlebenswichtigen" Erfolg.

Auch Klubboss Heribert Bruchhagen pustete erst einmal durch. "Ich bin sehr erleichtert", sagte der Vorstandschef, wollte sich eine kleine Spitze ob der lange Zeit ungewohnt passiven Eintracht-Spielweise aber nicht verkneifen: "Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, mit dem Spiel allerdings nicht. "

Deutlich miesere Stimmung herrschte im Lager von Hannover 96. Nach dem kleinen Höhenflug von zuletzt drei ungeschlagenen Spielen (sieben Punkte) in Serie landete das Team von Trainer Michael Frontzeck mit einer unterirdischen Vorstellung auf dem Boden der Realität.

Frust bei Hannover

"Das ist extrem ärgerlich", sagte Nationaltorwart Ron-Robert Zieler mit finsterer Miene: "Wir haben eine Riesengelegenheit verpasst, uns ein wenig Luft zu verschaffen."

Vor dem Pokalspiel am Dienstag bei Darmstadt 98 liegen die Niedersaschen weiterhin nur einen Zähler vor der Abstiegszone.

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