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Hamburg und München - Seitdem Bruno Labbadia beim HSV den Trainerposten übernommen hat, geht es mit den Hanseaten aufwärts. Bei SPORT1 spricht der Coach über seine ersten turbulenten Monate.

Zehn Punkte aus den ersten acht Partien in der Bundesliga. Der Start verlief für den Hamburger SV durchaus zufriedenstellend. (SERVICE: Tabelle)

Nachdem die Hanseaten zweimal in der Relegation um die Klasse zittern mussten, haben es die Hanseaten wieder in ruhiges Fahrwasser geschafft.

Einen großen Anteil daran hat Bruno Labbadia. Im Exklusiv-Interview mit SPORT1 zieht der Trainer eine Zwischenbilanz und spricht über die Nachwirkungen der Partien gegen den Karlsruher SC sowie eine mögliche Vertragsverlängerung. 

Bruno Labbadia über...

seine Zwischenbilanz nach den ersten acht Bundesligaspielen:

"Die Bilanz ist okay. Aufgrund der letzten beiden Spiele sind wir aber nicht ganz so zufrieden, weil wir mehr Punkte hätten haben können. Ein paar Sachen haben nicht funktioniert, daraus wollen wir schnellstens lernen. Wir müssen kleine Schritte machen."

die fehlende Offensivkraft des HSV:

"Wir müssen kleine Nuancen verbessern, vor allem in der Chancenverwertung. Es gibt Gegner, die gegen uns sehr defensiv spielen. Das ist einerseits ein Lob für die Mannschaft, weil sie dominant auftritt. Die hohe Kunst ist es dann, im letzten Drittel durchzukommen. Das können nur zwei Mannschaften richtig gut: Bayern München und Borussia Dortmund. Sogar Leverkusen tut sich schwer gegen eine tief stehende Mannschaft, so wie zuletzt gegen Augsburg."

 das Torwartduell zwischen Rene Adler und Jaroslav Drobny:

"Die Torwart-Frage ist ein Luxusproblem für uns. Wir haben zwei sehr gute Keeper, das gibt uns ein gutes Gefühl. Adler ist nur wegen seiner Verletzung raus gewesen. Ich bin zurzeit entspannt, auch wenn das Thema irgendwann aufkommen wird. Eine endgültige Entscheidung haben wir noch nicht getroffen."

den Erfolg in der Relegation gegen den KSC:

"Das habe ich schon ziemlich zur Seite geschoben, aber natürlich begleitet dich das Ganze. Das war so etwas Unglaubliches. Aber schon der Weg zur Relegation war emotional, jedes Spiel hätte der Gnadenstoß sein können. Dieses Gefühl, eine Mannschaft von da unten wieder hochzuholen, gibt wahnsinnige Kraft. Das war unfassbar wichtig für den Klub. Jeder hat jetzt Lust, den HSV nach vorne zu bringen. Wir dürfen uns nicht niederschlagen lassen. Umsonst spielt man nicht zwei Jahre hintereinander Relegation. Dieser Verein ist es wert, das ganze Umfeld steht zusammen."

das "Himmelsfahrtkommando" zu Beginn seiner Amtszeit:

"Man darf kein Angebot annehmen, von dem man nicht überzeugt ist. Angst darf man nicht aufkommen lassen. Man muss sich der Situation bewusst sein. Jeder guckt auf dich, da muss man Vertrauen ausstrahlen, auch wenn man als Trainer schwache Momente hat. Wir waren top vorbereitet. Wir haben nicht nachgedacht, was schlecht ist. Es war ein wahnsinniges Erlebnis und gibt mir Kraft und Erfahrung als Trainer."

die Zeit nach der Relegation:

"Ich bin nach der Relegation gleich weg gewesen und konnte die Zeit nicht genießen. Wir haben es fast übertrieben im Rausch, weil wir Nachholbedarf hatten. Wir haben 15 Spieler abgegeben und bei Transfers oft das Nachsehen. Den Urlaub habe ich durchgeackert und war viel im Ausland. Ich fand vorher schon viel bemerkenswerter, das hat viel Kraft gegeben. Die Leute kamen zu mir und haben gesagt: "Weiter! Da ist Feuer drin!". Das hat mir Kraft gegeben und war bemerkenswert. Wenn ich an das Schalke-Spiel denke, da kriege ich heute noch Gänsehaut!"

seine Entwicklung als Trainer und Mensch:

"Als Mensch habe ich mich nicht geändert. Ich lasse nur die Emotionen mehr raus. Ich muss darüber schmunzeln, dass Ehrgeiz als Tadel gesehen wurde. Für mich war das Projekt HSV nicht fertig, als ich damals gehen musste. Wir waren auf einem tollen Weg, aber das gehört zum Geschäft. Daher wollte ich immer wieder zurück. Es gab vorher schon Gelegenheiten dazu. Es war Risiko, hier zu übernehmen, ich habe viel aufs Spiel gesetzt. Wenn man es nicht schafft, wird es schwierig. Schließlich lebe ich ja in Hamburg."

...eine Vertragsverlängerung:

"Ich brauche keine Sicherheit. Ich werde heute so arbeiten, als hätte ich einen Zehn-Jahres-Vertrag. Ich bin entspannt und habe Zeit. Ich will, dass beide Seiten ein gutes Gefühl haben. Wir werden schon einen Abend zum Reden finden, das muss aber nicht in naher Zukunft sein."

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