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Fredi Bobic
SPORT1-Kolumnist Fredi Bobic zieht in seiner Kolumne Vergleiche zwischen Stuttgarts Trainer Alexander Zorniger und Frankfurts Coach Armin Veh © SPORT1/dpa Picture Alliance

SPORT1-Kolumnist Fredi Bobic sieht bei Frankfurts Coach Armin Veh das, was dessen Kollegen beim VfB Stuttgart fehlt. Bei Hoffenheim, Mainz und Schalke sieht er schädliche öffentliche Diskussionen.

Hallo Fußball-Freunde,

Meine hohe Meinung von Armin Veh ist bekannt, wenn man mal den Modegeschmack ausklammert.

Er wollte in Frankfurt wieder mehr Hurra-Fußball einführen und musste erkennen, dass er dazu aktuell nicht das passende Personal hat. Also änderte er zuletzt die taktische Ausrichtung mehr auf Absicherung zu Lasten der Attraktivität, aber zu Gunsten des Erfolges, wie der wichtige Sieg in Hannover zeigt.

Und ich bin sicher: sobald das Eintracht-Schiff wieder in ruhigeren Gewässern schippert, wird der fußballerische feingeist Veh wieder auf Spektakel setzen. Alexander Zorniger ist zu dieser taktischen Flexibilität weiterhin nicht bereit, weshalb eine so überflüssige Niederlage wie in Leverkusen zustande kommt.

Es scheint, dass es manchmal lohnt, auch über den eigenen Tellerrand hinaus und auf Vorgänge in anderen Vereinen zu achten und sich positive Entwicklungen zu eigen zu machen.

Negativ sind dagegen die Entwicklungen bei Hoffenheim, Mainz und letztlich Schalke.

In allen drei Vereinen herrschen, teils hausgemacht, teils fremdbestimmt, unnütze öffentliche Diskussionen in der Führung. Personal-Diskussionen im Führungsbereich eines Vereins strahlen immer auf die Mannschaft ab. In der Kabine wird das zum Thema.

Manche verstecken sich hinter der Problematik und setzen auf Neuerung, andere, denen es gerade gut geht, versuchen den Wankenden oder Wankelnden zu stützen. Natürlich gibt es in Hoffenheim Spieler, die zu Trainer Gisdol stehen und solche, die hoffen, dass er bald weg ist.

Auf Schalke verhält sich das mit Sport-Vorstand Horst Heldt nicht anders und auch der vielerorts beliebte und höchst anerkannte Manager Christian Heidel hat in Mainz nicht nur Freunde. Da kommen Diskussionen auf, die die Spieler beschäftigen, die sie als Ausreden nutzen, die sich keinesfalls förderlich auf die Leistungen auswirken. Die Ergebnisse des Wochenendes sind ein kleiner Beleg.

Fredi Bobic gewann 1996 den EM-Titel mit der Nationalmannschaft, nachdem er in der Saison 1995/96 Bundesliga-Torschützenkönig geworden war. 1997 holte er mit dem VfB Stuttgart als Teil des "Magischen Dreiecks" den DFB-Pokal. 2006 wurde er  zum Abschluss seiner Spielerkarriere mit NK Rijeka kroatischer Pokalsieger. Internationale Erfahrung sammelte er auch als Spieler in England bei den Bolton Wanderers und als Geschäftsführer Sport und Marketing beim bulgarischen Klub Tschernomoretz Burgas. Von 2010 bis 2014 war der 43-Jährige beim VfB Stuttgart zunächst als Sportdirektor und ab 2013 als Vorstand Sport tätig. Darüber hinaus war Fredi Bobic bereits als Experte für SPORT1 bzw. das damalige DSF und den früheren Bundesliga-Sender LIGA total! aktiv.

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