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BVB-Torhüter Roman Bürki erwischt in München einen rabenschwarzen Tag. Trainer Thomas Tuchel stellt sich hinter ihn. Michael Rummenigge plädiert für Weidenfellers Routine.

Personelle Einzelkritik wollte Trainer Thomas Tuchel nach der deutlichen 1:5-Schlappe von Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München nicht üben.

Auf der Frage nach den Gründen für die hohe Niederlage hielt er auf der Pressekonferenz nach dem Spiel lediglich fest: "Wir wussten, dass wir heute alles auf höchstem Niveau brauchen, um konkurrenzfähig zu sein. Wir haben es nicht hinbekommen."

Sein höchstes Niveau erreichte vor allem Torhüter Roman Bürki (SPORT1-Note 6) nicht.

Nur vier von 15 Torschüssen der Bayern bekam er überhaupt zu halten.

Sowohl beim 1:0 durch Thomas Müller als auch beim 3:1 durch Robert Lewandowski wirkte er nach weiten Pässen vom Jerome Boateng beim Herauslaufen überfordert.

Die Bayern-Stürmer hatten keine Mühe einzuschieben.

Bürkis Unischerheit übertrug sich auf die restliche Dortmunder Defensive, die sich schließlich auch noch die Gegentore Nummer vier und fünf fing.

Tuchel verteidigt Bürki

Tuchel stellte sich jedoch schützend vor seinen Torhüter und sprach ihn auf SPORT1-Nachfrage von jeglicher Schuld frei:

"Er kann an beiden Toren gar nichts machen, gar nichts. Beide Bälle sind überragend geschlagen, beide Bälle kommen in den Fuß. Der zweite Ball ist überhaupt nicht gesprungen, wenn Roman da rauskommt, dann gibt es einen Frontalzusammenstoß, einen Totalschaden, das will ja niemand."

Rummenigge erinnert an Weidenfeller

Was Tuchel als Schutz des heranstürmenden Lewandowski auslegt, bezeichnet Michael Rummenigge als Unsicherheit eines unerfahrenen Mannes: "Roman Bürki hatte heute sehr großen Respekt vor Bayern München, vor dem Stadion, vor der Kulisse. Das ist manchmal eine sehr hohe Bürde für einen jungen Mann. Dem hat er nicht standgehalten", sagte der frühere Dortmunder und Münchner Bundesligaspieler im Interview mit SPORT1.fm.

Rummenigge erinnert daran, dass der BVB einen zweiten Torhüter hat, einen Weltmeister und mehrfachen deutschen Meister: Roman Weidenfeller.

Seiner Meinung nach wäre der routinierte Keeper gegen den FC Bayern die bessere Wahl gewesen.

"Die Erfahrung, die Roman Weidenfeller mit seinen 35 Jahren hat, ist manchmal viel wert - gerade in so einem Spitzenspiel."

Zur Ehrenrettung Tuchels muss man allerdings sagen: Bislang hielt Bürki in dieser Saison einwandfrei, kassierte lediglich sechs Gegentreffer in sieben Spielen.

Es gab also keinen Grund, auf der Torhüterposition zu wechseln.

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