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Bayer Leverkusen v VfB Stuttgart - Bundesliga
Alexander Zorniger ist seit Saisonbeginn Trainer des VfB Stuttgart © Getty Images

München - Der VfB Stuttgart verspielt in Leverkusen eine 3:1-Führung. Die Mannschaft präsentiert sich weiter naiv, Trainer Alexander Zorniger unverbesserlich.

Als der Schlusspfiff die denkwürdige wie empfindliche Niederlage des VfB Stuttgart bei Bayer Leverkusen besiegelt hatte, wirkte Trainer Alexander Zorniger nicht sonderbar geschockt. "Wir waren 90 Minuten eine gleichwertige Mannschaft", betonte Zorniger und sprach von "einem tollen Spiel". Es klang lapidar. (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Dabei hatten die Stuttgarter in Leverkusen einen 3:1-Vorsprung leichtfertig verspielt und am Ende noch 3:4 verloren. "Toll" und unterhaltsam war die Begegnung unbestritten. für den neutralen Zuschauer und für die Gastgeber. Aber mitnichten für die Schwaben, die mit sieben Punkten weiter im Tabellenkeller herumdümpeln.

Knockout nach Konter

Diese Naivität der Mannschaft, diese Halsstarrigkeit ihres Trainers - das wächst sich beim VfB zu einer immer größeren Gefahr aus. "Gegen diese Offensiv-Power ist es schwer", sagte Zorniger und pries das Angriffspotenzial des Gegners. Dagegen unternommen hat er nichts. Als ob das Leverkusener 4:4 nur vier Tage zuvor gegen den AS Rom nicht genügend Anschauungsmaterial geliefert hätte. (SERVICE: Statistiken zum Spiel)

Munter weiter nach vorne spielten die Stuttgarter nach ihrer 3:1-Führung durch die Tore von Martin Harnik (50.), Daniel Didavi (54.) und Lukas Rupp (60.), die eigene Absicherung ließen sie einfach verwahrlosen. Es war bezeichnend, dass der Knockout zum 3:4 - wohlgemerkt auswärts bei einem Champions-League-Teilnehmer - nach einem Konter fiel.

Verheerende Zweikampfwerte

Beim Blick auf die eigene Statistik müsste Zorniger eigentlich klüger werden. Nur sieben Zähler aus den ersten zehn Spielen sind die schlechteste Punktausbeute in der Geschichte des VfB, die 23 Gegentore bedeuten ebenfalls einen klubeigenen Negativrekord.

Die Zweikampfwerte der beiden Innenverteidiger Toni Sunjic (57 Prozent) und Youngster Timo Baumgartl (42 Prozent) waren verheerend. Im defensiven Mittelfeld fehlte ohne den verletzten Christian Gentner und den gesperrten Serey Die die nötige Aggressivität. Die beiden Stellvertreter Daniel Schwaab und Carlos Gruezo hatten Leverkusens Angriffen am Ende nichts mehr entgegen zu setzen.

Durch zahlreiche Fehlpässe (nur 58 Prozent der Zuspiele kamen an) rannten die Stuttgarter sprichwörtlich ins offene Messer.

Mitleid mit dem eigenen Team

"Es ist immer das gleiche Kino, der gleich Film", sagte Zorniger nach dem Spiel. Mit seinen Spielern empfand er eher Mitgefühl: "Mir tut die Mannschaft extrem leid."

Immerhin ein bisschen scheint Zorniger den Ernst der Lage erkannt zu haben. Vor dem Spiel im DFB-Pokal in Jena und in der Liga gegen Aufsteiger Darmstadt sprach er von einer "ekligen Woche".

Vielleicht sollte Zorniger darüber nachdenken, seine eigene Mannschaft selbst ein bisschen ekliger spielen zu lassen. Lässt er sie weiter in der Art und Weise von Leverkusen antreten, schaufelt er sich irgendwann sein eigenes Grab.

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