vergrößernverkleinern
Leonardo Bittencourt kann in Bremen nicht spielen
Leonardo Bittencourt verpasst mit dem 1. FC Köln gegen Mainz den zweiten Sieg in Folge © Getty Images

Köln - Der 1. FC Köln bleibt auch nach dem torlosen Remis gegen Mainz das Überraschungsteam. Allerdings verpasst die Stöger-Elf erneut den nächsten Entwicklungsschritt.

Das Motto der Saison trug Peter Stöger auf seinem Pullover.

"Uns häld nix op" ("Uns hält nichts auf") stand auf dem Vereins-Hoodie des Trainers, doch so ganz im Sturm erobert der 1. FC Köln die Bundesliga dann doch nicht. "Der letzte Schritt scheint klein, aber es ist der schwerste von allen. Das ist uns schon bewusst", sagte der Österreicher nach dem 0:0 gegen den FSV Mainz 05: "Wir haben eine Entwicklung genommen, aber zu einer absoluten Spitzenmannschaft fehlt uns noch etwas. Zum Beispiel im Bereich Kaltschnäuzigkeit." (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Wie von manchem Experten vor der Saison prophezeit, ist der FC (neben Hertha BSC) tatsächlich die Überraschungs-Mannschaft der Saison.

Die Punkte-Ausbeute der ordentlichen Vorjahres-Hinrunde (19) haben die Rheinländer schon nach 13 Spielen egalisiert, sie liegen im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg in Schlag-Distanz zu den Europacup-Plätzen - und doch umgibt das Geißbockheim ein Gefühl der liegen gelassenen Chancen.

Zwei Dreier in Folge zuletzt im Oktober 2014

"Wir träumen nicht von der Champions League", erklärte Stöger: "Aber wir können alle die Tabelle lesen. Und natürlich wissen wir, was wäre wenn. In den letzten vier Heimspielen gegen Ingolstadt (1:1, d. Red.), Hannover (0:1), Hoffenheim (0:0) und Mainz waren wir immer die bessere Mannschaft und haben viel zu wenig Ertrag mitgenommen."

Recht hat er. Gegen Mainz verpassen die Rheinländer auch im elften Anlauf im Jahr 2015 den zweiten Sieg in Folge. Zuletzt gelang dem FC im Oktober 2014 zwei Dreier nacheinander. (SERVICE: Die Statistiken zum Spiel)

Unglückliche Schiedsrichter-Entscheidungen wie das Handtor des Hannoveraners Leon Andreasen, ein nicht gegebener Elfmeter gegen Hoffenheim oder eine zu unrecht weggepfiffene Großchance von Anthony Modeste gegen Mainz verhinderten bisher gemeinsam mit Mängeln im Spielaufbau und im Abschluss den schon in dieser Saison möglichen ganz großen Sprung. "Aber das kann auch noch nicht unser Anspruch sein", beschwichtigte Stöger: "Wir sind mit der Punktausbeute trotzdem zufrieden."

Mainzer zeigen sich zufrieden

Mit Abstrichen zufrieden waren nach dem für die Zuschauer allerdings müden "Karnevals-Derby" auch die Mainzer, die sich mit nur zwei Zählern Rückstand auf den FC in einer ähnlichen Situation befinden.

"Für uns war es ein Punktgewinn, weil hinter uns fast alle verloren haben. Und dass wir zweimal in Folge zu Null gespielt haben, ist eine wichtige Basis", sagte Manager Christian Heidel, über dessen Zukunft es nach Angaben von Klub-Chef Harald Strutz "nichts Neues" zu berichten gibt.

So sah es auch Trainer Martin Schmidt. "Wir zeigen jetzt weniger Hurra-Fußball", erklärte der Schweizer: "Dafür aber mehr Kontinuität."

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel