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Dortmund - Nach dem Derbysieg über Schalke brechen bei Thomas Tuchel emotional alle Dämme. Dortmunds Trainer verzeiht Aubameyang sogar ein missachtetes Verbot. Nur Zorc mäkelt.

Thomas Tuchel sah den Einstieg und sprang auf das schwarz-gelbe Jubelkarussell auf. Der Trainer von Borussia Dortmund hüpfte mit seinen Spielern im Kreis.

Gemeinsam schrien sie gegen den ohrenbetäubenden Lärm von der Südtribüne an (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

So aufgedreht, wie nach dem 3:2 (2:1)-Sieg gegen den FC Schalke 04 hatten die BVB-Fans Tuchel noch nicht gesehen (Die Tabelle der Bundesliga).

Sein 18. Pflichtspielsieg als Trainer der Borussen war sein emotionalster. "Mit dem Schlusspfiff habe ich dann auch gemerkt, dass Derby ist", sagte Tuchel hinterher und schmunzelte.

Zorc sieht Chancenlosigkeit - wegen Bayern

Das Duell mit den Schalkern hatte er zum vierten Wettbewerb neben Meisterschaft, DFB-Pokal und Europa League hochgejazzt (Ergebnisse und Spielplan).

(Dienstag, 18.30 Uhr im TV auf SPORT1: Bundesliga Aktuell mit einem 'Ruhrpott spezial')

Nach dem Sieg über den königsblauen Rivalen kann sich Tuchel also über seinen ersten Titelgewinn freuen - auch wenn es dafür keine Trophäe gab.

Auch Sportdirektor Michael Zorc bezeichnete den BVB fast schon als Quasi-Meister, der Tabellenführer aus München spiele ja ohnehin in einer eigenen Liga.

"Mit 29 Punkten wären wir in England, Spanien und Italien Tabellenführer. Nur hier nicht, hier gibt es den FC Bayern", sagte Zorc bei Sky.

Kagawa löst die Bremse im Kopf 

Sei's drum - für die Massen und auch die meisten BVBler zählte vor allem der Derby-Triumph.

Auch wenn der Trainer im Überschwang nicht vergaß, auf Mängel hinzuweisen. "Ich hatte am Anfang das Gefühl, dass wir nicht so frei gespielt haben. Da hat eine gewisse Leichtigkeit gefehlt", analysierte Tuchel.

Nach einer halben Stunde löste der BVB die Blockade. Da traf der kleine Shinji Kagawa per Kopf.

Die Schalker motzten sich gegenseitig an, die Dortmunder bejubelten die glückliche Führung. "Dass er so ein Kopfballtor erzielt, passiert nicht jeden Tag. Aber heute ist auch Derbytag", sagte Zorc.

Fehler durch Mats Hummels

Einen schlechten Derbytag hatte Mats Hummels erwischt. Dortmunds Kapitän leitete per Fehlpass den Schalker Ausgleich durch Klaas-Jan Huntelaar ein (33.).

Doch weil die Schalker auch Matthias Ginter Freiraum beim Kopfball ließen (43.), ging Dortmund mit einer Führung in die Kabine.

Für das große Showelement sorgte im Derby einmal mehr Pierre-Emerick Aubameyang: Beim 3:0-Derbysieg im Februar hatte er mit Kumpel Marco Reus einen Treffer als "Batman" und "Robin" zelebriert.

Diesmal präsentierte Aubameyang nach seinem Tor (47.) ein T-Shirt mit Fledermaus-Logo. Darunter standen die Worte "Do you remember". Er rief den Schalkern somit die letzte Schmach ins Gedächtnis.

Verbot für extravaganten Jubel

Dabei hatte Tuchel im Vorfeld Aubameyang einen extravaganten Jubel untersagt. Das juckte den Torjäger herzlich wenig.

Nach dem Spiel erzählte Aubameyang, wie er das T-Shirt an seinem Coach vorbei ins Stadion schmuggelte. Während der Gabuner über seinen Coup feixte, schlich sich Tuchel von hinten an.

Er guckte Aubameyang grimmig an, brach dann aber in Gelächter aus. Derbysiege machen milde.

Weil sein Team nach Huntelaars zweitem Treffer (71.) und einer Rudelbildung in der Schlussphase cool blieb, sicherte sich Tuchels Mannschaft den Sieg.

Ruhrpott-Triple drin

Und es können durchaus noch weitere große Siege in dieser Saison hinzukommen - auch wenn sich der BVB in der Meisterschaft chancenlos sieht.

Schließlich kann Dortmund auch noch die UEFA Europa League und den DFB-Pokal gewinnen.

Und wenn die Mannschaft auch beim Revierderby-Rückspiel auf Schalke etwas holt, ist sogar das Ruhrpott-Triple drin.

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