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Sinsheim - Bei Hoffenheim fallen auch im zweiten Spiel unter Huub Stevens keine Tore. Der Niederländer zeigt sich gewohnt knurrig und erklärt, woran es hapert. Auch Armin Veh hadert.

Auf die obligatorische Frage nach seinem Defensiv-Dogma ("Die Null muss stehen") wollte der latent schlecht gelaunte Huub Stevens gar nicht warten.

"Da die Frage nach der Null kommen wird, sage ich es gleich: Das Spiel hätte 3:3 ausgehen müssen", sagte der neue Trainer des taumelnden 1899 Hoffenheim im Anschluss an sein Heimdebüt gegen Eintracht Frankfurt - das wie schon die Premiere des "Knurrers von Kerkrade" beim 1. FC Köln ohne Tore endete.

Mit dieser offensichtlich ernst gemeinten Einschätzung stand Stevens, dessen Laune sich erst nach ein paar Späßen mit seinem Kollegen Armin Veh besserte, ziemlich alleine da. Die Frankfurter, die Rekordmeister Bayern München am vergangenen Spieltag das erste Unentschieden abgetrotzt hatten, waren das klar bessere Team.

Der Punktgewinn am 12. Spieltag war schmeichelhaft für die Hoffenheimer, die auch nach ihrer 250. Erstliga-Partie tief im Tabellenkeller stecken.

Hoffenheim weiter ohne Heimsieg

Die Kraichgauer warten als einziger Verein noch auf den ersten Heimsieg der Saison. Der Klub von Mehrheitseigner Dietmar Hopp, der erst einen Saisonsieg gefeiert hat, hatte noch nie zuvor zu diesem Zeitpunkt einer Spielzeit so wenige Punkte (acht) auf dem Konto.

Die dritte Partie ohne eigenes Tor in Folge bedeutet zudem die Einstellung des TSG-Negativrekords.

Angesichts dieser Zahlen gestand Stevens immerhin ein, dass er noch viel Arbeit vor sich hat.

"Wenn ich weiß, was die Spieler können, und dann sehe, was sie gezeigt haben, kann ich nicht zufrieden sein", sagte der Nachfolger von Markus Gisdol: "Das ist aber die normale Reaktion der Spieler, wenn man unten steht. Das müssen wir durchbrechen. Das geht aber nur mit einem Erfolg."

Stevens: Nichts schwerer als das Toreschießen

Um diesen Erfolg nach der Länderspielpause zu schaffen, vertraut Stevens natürlich seiner Defensiv-Doktrin. "Es ist nun einmal das schwierigste im Fußball, Tore zu schießen", sagte der 61 Jahre alte Niederländer, der in der nächsten Partie bei seinem Ex-Klub Hertha BSC auf den gelbgesperrten Kapitän Pirmin Schwegler verzichten muss: "Das Verteidigen ist dagegen das einfachste. Und eine Mannschaft wird von hinten aufgebaut."

Genau das gelang der Eintracht. Die Mannschaft von Trainer Armin Veh, der noch nie in Sinsheim verloren hat, vergaß nur das Toreschießen. "Eigentlich hätten wir gewinnen müssen. Wir müssen uns aber vorwerfen, die großen Chancen nicht verwertet zu haben", sagte Vorstandsboss Heribert Bruchhagen.

Auch Veh sieht Übungsbedarf

Ähnlich sahen es Manager Bruno Hübner ("Wir haben zwei Punkte liegen lassen") und Veh. "Ich bin mit der Leistung zufrieden, aber nicht mit dem Ergebnis. Wir werden Torschusstraining machen müssen", sagte der Coach, der zudem mit zwei Entscheidungen von Schiedsrichter Knut Kircher (Rottenburg) haderte.

In der 31. Minute erkannte der Referee ein Tor von Stefan Aigner wegen einer Abseitsstellung nicht an - die Entscheidung war knapp. In der 40. Minute verweigerte Kircher den Hessen nach einem Foul an Makoto Hasebe einen Strafstoß. "Ich bin seit langer Zeit für den Videobeweis", sagte Veh: "Der kann den Schiedsrichtern helfen." 

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