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DFL-Berater Hellmut Krug erklärt bei SPORT1, warum er die Entscheidungsfindung von Schiedsrichter Gräfe beim irregulären Tor von Nicklas Bendtner kritisch sieht.

Die Kritik an Schiedsrichter Manuel Gräfe hält an.

Der Unparteiische hatte mit seiner Entscheidung, das Abseitstor von Wolfsburgs Stürmer Nicklas Bendtner gegen Bayer Leverkusen anzuerkennen, für große Aufregung gesorgt.

Nun äußerte sich auch der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Hellmut Krug kritisch zu dieser Entscheidung. "Die Abseitsstellung ist ja unübersehbar. Nur hat hier Manuel Gräfe gegen einen wichtigen Grundsatz verstoßen. Den Grundsatz, dass er seinen Assistenten nur dann überstimmen soll, wenn  eine Situation zweifelsfrei ist", sagte Krug in der Telekom Spieltaganalyse bei SPORT1.

"Vier Füße stehen eng um den Ball"

In diesem Fall aber sei die Situation nicht zu erkennen gewesen. "Hier haben wir vier Füße, die eng um einen Ball herumstehen. Da kann er nicht genau erkannt haben, wer den Ball gespielt hat. Da muss er sich auf seinen Assistenten verlassen. Demzufolge hätte er ihn unter keinen Umständen überstimmen dürfen", erklärte Krug, der seit 2007 als Schiedsrichter-Berater der DFL tätig ist.

In der Szene hatte Gräfe wahrgenommen, dass vor dem Tor von Bendtner zum 1:0 der Pass auf Vieirinha von Leverkusens Kevin Kampl gekommen sei. Tatsächlich aber hatte Wolfsburgs Andre Schürrle den Ball berührt.

Eine Spielerbefragung in solchen Situationen sieht Krug ebenfalls kritisch. "Das darf nur in der absoluten Ausnahme geschehen. Das hätte beispielsweise geschehen müssen, als der Schiedsrichter in Köln das Handtor von Leon Andreasen nicht erkannt hat", sagte der 59-Jährige: "In diesem Fall hätte er Andreasen unbedingt fragen müssen. Das war die letzte Option, die er hatte."

Krug sieht Videobeweis kritisch

In diesem Zusammenhang äußerte er sich auch zum heiß diskutierten Thema Videobeweis: "Zunächst einmal gestattet die FIFA den Einsatz des Videobeweises nicht. Zum Zweiten stellen sich so viele ungelöste unbeantwortete Fragen, wenn man sich mit dem Thema auseinandersetzt, dass es uns schwer fällt zu sagen, es wäre ein praktikables Modell."

Das Argument, in den Niederlanden würde der Videobeweis schon erfolgreich getestet, lässt Krug nicht gelten. "Dieser Versuch findet abseits des Spielgeschehens statt. Das heißt: Da sitzt ein Videoassistent in einem Van. Er kontrolliert die Entscheidungen, hat aber keine Einflussmöglichkeit", erklärte er. "Es wird aber erst dann interessant und richtig schwierig, wenn ich tatsächlich aus dem Wagen heraus ins Spiel eingreife und die Entscheidung eines Schiedsrichters ändere."

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