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Hoffenheim-Schlussmann Oliver Baumann kann den Treffer zum 1:0 für Hertha nicht verhindern © Getty Images

Hertha BSC bleibt das Überraschungsteam der Bundesliga. Im Schneegestöber von Berlin reicht den Gastgebern ein Eigentor, um auf Platz 4 zurückzukehren. Hoffenheim-Coach Huub Stevens reagiert zu spät auf die Bedingungen.

Wenn jemals das Wetter als Leitmotiv eines Bundesligaspiel taugte, dann an diesem Sonntagnachmittag im Berliner Olympiastadion. Die Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt passten wie die Faust aufs Auge zum Auftritt der Hertha. (Daten: Historische Langeweile in Berlin)

Ein einziger Torschuss, abgegeben von Solomon Kalou, stand nach den 92 Minuten bei den Berlinern auf dem Zettel  - und der hatte den Kasten zudem noch weit verfehlt, Und dennoch war es die Hertha, die sich am Ende über einen 1:0 (1:0)-Sieg gegen 1899 Hoffenheim und drei Punkte freute.

© SPORT1

Die Erklärung für Berlins ungewöhnliche Bilanz lieferten die Geschehnisse in der 30. Minute, just als im Olympiastadion ein veritabler Schneeschauer herunterging und den Rasen binnen Minuten in eine Winterlandschaft verwandelte. (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

"Der Sieg war nicht unverdient"

Nach einem Freistoß von Marvin Plattenhardt traf Hoffenheims Eugen Polanski per Kopf ins eigene Tor. Das Motto: Erst schlug Frau Holle, dann auch die Hertha BSC eiskalt zu.

Der Einstand von Hoffenheim-Trainer Huub Stevens kann dagegen getrost als misslungen bezeichnet werden: Zwei Punkte und noch keinen einzigen Treffer lautet seine magere Bilanz nach drei Spielen.

Dass der Treffer erst durch den Einsatz der Torlinientechnologie bestätigt wurde, passte zur Stevens' Laune.

Polanski moniert falsche Taktik

Trainer Pal Dardai sprach hinterher von einem "sehr schwierigen Spiel", seine Mannschaft habe jedoch besonders auf das Wetter gut reagiert. Bereits nach 20 Minuten lange Bälle eingefordert: "Das haben wir gut gemacht. Der Sieg war nicht unverdient."

Dagegen hatte es Stevens verpasst, den Gästen aus Hoffenheim eine neue Marschrichtung mitzugeben - was Eigentorschütze Polanski nach dem Schlusspfiff bedauerte. "Wir haben zu spät auf die schlechten Bedingungen reagiert und hätten viel früher unsere Taktik umstellen müssen."

Angesprochen auf sein Missgeschick meinte er nur: "Ich glaube nicht, dass ich unbedingt die Richtung des Balls verändert habe. So etwas passiert dann halt im Abstiegskampf."

Erst zum zweiten Mal überhaupt stehen die Hoffenheimer in der Bundesliga auf dem letzten Tabellenplatz.

Hertha auf Champions-League-Kurs

Die Berliner etablieren sich dagegen immer weiter in der Spitzengruppe der Liga und stehen als Vierter auf dem Champions-League-Qualifikationsplatz. Vor knapp einem Jahr hatte die Hertha gegen Hoffenheim noch 0:5 vor eigenem Publikum verloren. (SERVICE: Die Statistiken zum Spiel)

Vor knapp 37.045 Zuschauern im Olympiastadion hatte Stevens nach drei Spielen ohne Tor in der Offensive gewechselt. Für Eduardo Vargas und den ehemaligen Nationalspieler Kevin Kuranyi spielten Mark-Alexander Uth und Nadiem Amiri. Polanski ersetzte den gelbgesperrten und verletzten Kapitän Pirmin Schwegler. Pal Dardai musste dagegen nur den verletzten Mitchell Weiser ersetzen. Für ihn spielte Tolga Cigerci.

Die Wechsel in der Hoffenheimer Offensive zeigten aber zunächst keine Wirkung. Im dichten Schneetreiben hatten allerdings beide Mannschaften Probleme, konstruktive Spielzüge zustande zu bringen. Und wenn, dann waren es die Berliner.

Kalou rutscht aus

Salomon Kalou vergab in der 17. Minute die bis dahin beste Möglichkeit: Der ivorische Nationalspieler rutschte im Strafraum weg und schoss über das Tor.

Die Gastgeber investierten mehr und gingen verdient in Führung - wenn auch durch Mithilfe der Hoffenheimer. Nach einem Freistoß von Marvin Plattenhardt traf Polanski per Kopf ins eigene Tor. Vor allem über die Außenpositionen blieben die Herthaner weiter gefährlich, kurz vor der Pause verpasste Cigerci eine Flanke von Plattenhardt knapp (41.)

Nach dem Seitenwechsel versuchten die Gäste zwar, häufiger vor das Tor der Herthaner zu kommen, waren aber in der Offensive viel zu harmlos. Statt echter Torchancen prägten Fehlpässe die Angriffsbemühungen. Die Berliner zogen sich allerdings auch weit in die eigene Hälfte zurück und überließen den Hoffenheimer weitestgehend das Spielgeschehen. Dem ohnehin nur mäßigem Niveau der Begegnung tat dies keinesfalls gut.

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