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Peter Stöger und der 1. FC Köln haben drei Spieler aus Polen im Visier
Peter Stöger kritisiert Schiedsrichter Günter Perl © Getty Images

Peter Stöger ist ein ruhiger und besonnener Mann. Seine Worte wählt er meist mit Bedacht, dass der Trainer des 1. FC Köln lauter wird, passiert höchst selten.

Am Samstag aber war es so weit. Das Handspiel von Hoffenheims Abwehrspieler Tobias Strobl nach Anthony Modestes Kopfball (57.) war der Auslöser. Für fast alle im Stadion war das Vergehen klar ersichtlich - außer offenbar für Schiedsrichter Günter Perl.

"Mehr Hand geht nicht. Aus 50 Metern habe ich es gesehen", sagte der genervte Stöger nach dem 0:0 bei Sky und legte zynisch nach: "Hand wird in Köln etwas anders bewertet, ist o.k. so. Darauf werden wir uns einstellen und bald auch etwas mehr mit der Hand spielen."

Erinnerungen an Hannover

Handspiel und Köln? Da werden Erinnerungen wach. Es ist gerade zwei Wochen her, da traf Leon Andreasen in bester Volleyballermanier zum 1:0-Siegtreffer von Hannover 96 beim FC. "Es ist - schönen Gruß an den DFB - ärgerlich, dass wir Handball-Schiedsrichter hier hatten und das Spiel mit einem Kempa-Trick entschieden wird", hatte Geschäftsführer Jörg Schmadtke schon damals geschimpft.

Dass auch Sky-Schiedsrichterexperte Peter Gagelmann Strobls irreguläre Abwehr gegen Modeste als Handspiel wertet, half nicht. Perls Pfiff bleib aus. Zum vierten Mal nacheinander blieben die Kölner ohne eigenen Treffer, aber auch, weil der sonst so sichere Modeste gegen sein Ex-Team gleich reihenweise Chancen liegen ließ.

"Am Anfang der Saison hätte er die im Schlaf gemacht", sagte Dominique Heintz und fügte an: "Wir müssen ihm weiter Chancen auflegen. Ich bin mir sicher, dass er schon in der nächsten Woche wieder trifft." Am 100. 0:0 der Kölner Bundesligahistorie änderte das nichts mehr.

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