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FC Bayern Muenchen v VfB Stuttgart - Bundesliga
Alexander Zorniger ist seit dieser Saison Chefcoach beim VfB Stuttgart © Getty Images

München - Ungeachtet des Debakels beim FC Bayern verteidigt Stuttgarts Coach Alexander Zorniger seine Taktik. Die Spieler widersprechen, nur Guardiola unterstützt.

Angekündigt hatte es Alexander Zorniger ja vor dem Südschlager beim FC Bayern.

"Wir wollen mutig auftreten", sagte der Trainer des  VfB Stuttgart. "Ich kann versprechen, dass wir nicht 90 Minuten Angriffs-Pressing spielen. Aber wir werden auch nicht 90 Minuten verteidigen, weil wir das nicht können."

Der Plan wirkte kühn, am Ende war er gar tollkühn - und der erhoffte Ertrag blieb gänzlich aus: Mit  0:4 (0:4) gab es eine bittere Lehrstunde und gegen den Rekordmeister obendrein die 14. Pflichtspielpleite in Folge.

Nunmehr 27 Gegentore nach zwölf Spielen bedeuteten zudem einen neuen Negativ-Vereinsrekord. Und mit dem 0:4 zur Halbzeit lagen die Schwaben so hoch zurück wie bisher erst dreimal in ihrer Bundesliga-Historie, zuletzt im November 1984 bei Schalke 04 (Endstand 3:4).

Zorniger verteidigt Hurra-Stil

Trotzdem verteidigte Zorniger seinen schon in der Vergangenheit und zuletzt von Ex-VfB-Coach Christoph Daum heftig kritisierten Hurra-Fußball, der mit Pech auch in eine zweistellige Niederlage hätte münden können, angesichts 33 zugelassener Bayern-Torschüsse.

Nach seiner höchsten Bundesliga-Pleite beschwerte sich der 48-Jährige vielmehr darüber, dass sein Team den radikalen Pressing-Plan nicht konsequent durchgezogen hatte.

"Wir wollten viel direkter, viel aggressiver anlaufen. Entweder du spielst es ganz, oder eben gar nicht", sagte Zorniger. Soll heißen: Eigentlich hätte er seine Mannschaft noch angriffslustiger erleben wollen, als er das mit drei Offensivkräften schon tat gegen die mit gleich fünf Mann an vorderster Front zu Werke gehenden Bayern.

Dass Schiedsrichter Bastian Dankert bei zwei der vier FCB-Treffer eine Abseitsstellung übersah, wollte er dafür gar nicht thematisieren.

Zuspruch allein von Guardiola

Während der VfB-Coach den eigenen Stil zum wiederholten Male guthieß, erklärten die Spieler Zornigers Plan für gescheitert.

"Wir haben vielleicht zu viel gewollt", sagte Kapitän Christian Gentner.

Und Youngster Timo Werner drückte es noch weniger diplomatisch aus: "Wir haben genau das gespielt, was die wollten. Wir standen einfach zu hoch und sind denen ins offene Messer gelaufen."

Allein Bayern-Coach Pep Guardiola ergriff Partei für Zorniger das Wort: "Ich mag Gegner mit dieser Mentalität. Ich bin sicher: Stuttgart bleibt in der Bundesliga."

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