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Die Bremer lassen nach der 0:6-Pleite ihre Köpfe hängen © Getty Images

Wolfsburg - Nach der desaströsen 0:6-Pleite gegen den VfL Wolfsburg befindet sich Bremen am Tiefpunkt. Viktor Skripnik versucht dennoch, die Bedeutung des Debakels herunterzureden.

Mit hängenden Köpfen schlichen Werders Profis in die Kabine, da scheuchte Co-Trainer Torsten Frings den frustrierten Haufen noch einmal vor die Kurve der Fans.

Dort mussten die Profis ein gellendes Pfeifkonzert über sich ergehen lassen - die 0:6 (0:2)-Klatsche beim VfL Wolfsburg war der Tiefpunkt der bisherigen Achterbahn-Saison. (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Trainer Viktor Skripnik versuchte, die Bedeutung der Niederlage herunterzuspielen. "So ist Leben. Es gibt Schlimmeres, als in Wolfsburg 0:6 zu verlieren", betonte der Coach. Sein Team hatte zuletzt vor gut einem Jahr 0:6 bei Bayern München verloren, kennt das Gefühl: "Wir haben jetzt eine richtige Klatsche gekriegt, aber im nächsten Spiel gegen den HSV sind wir wieder da", sagte der Ukrainer und gelobte Besserung.

Doch es war schon erstaunlich, wie sehr sich die Bremer in ihr Schicksal ergaben. Kein Aufbäumen, kein Kampf- nicht mal Wut. "Am Ende konnten wir uns noch bei unserem Keeper bedanken, dass die Niederlage nicht noch höher ausgefallen ist", stellte Skripnik ernüchternd fest.

Vorsprung schmilzt

"Das muss man erstmal schlucken. Ich hätte nie gedacht, dass wir hier so untergehen", sagte Mittelfeldspieler Fin Bartels, der mit seinem Fernschuss (40.) die einzige echte Torchance der Gäste besaß. "Wir haben nur reagiert. Wolfsburg hat sich in einen Rausch gespielt, und wir haben richtig auf die Fresse bekommen", sagte der Spielmacher Zlatko Junuzovic, der zur Halbzeit Claudio Pizarro Platz machen musste.

Nach dem Zwischenhoch mit drei Siegen aus vier Spielen stürzte das 0:6-Debakel die Grün Weißen wieder bedenklich nahe an die Abstiegsplätze.

Noch drei Punkte beträgt der Vorsprung zum Relegationsplatz "Ich habe immer gesagt, dass es für uns nicht um Titel geht, sondern nur darum, die Klasse zu sichern. Das haben heute wohl alle gesehen", erklärte Skripnik.

Allofs spendet Trost

Seine zuletzt gelobte Abwehr erlebte einen schwarzen Tag und konnte gegen den Angriffswirbel von Max Kruse, Bas Dost und zum Ende auch André Schürrle nur wenig ausrichten. Vor allem Innenverteidiger Alejandro Galvez war vollends überfordert.

Erst leitete der Spanier mit seinem Eigentor (11.) die Niederlage ein, dann stand er gleich mehrmals vor dem Platzverweis. (SERVICE: Die Statistiken zum Spiel)

"Wir waren nicht griffig genug", meinte Bartels. Bei nahezu allen Treffern konnten die Gastgeber mit ihren starken Außen unbedrängt flanken. Max Kruse (44./87.), Vieirinha ((56.), Josuha Guilavogui (67.) und Bas Dost (78.) hatten keine Mühe bei ihren Treffern.

Klaus Allofs, 13 Jahre Manager bei Werder, spendete Trost. "Ich mache mir keine Sorgen um Werder", sagte der Wolfsburger Geschäftsführer: "Bei ihnen ist die Frage, Mittelfeld oder mehr. Heute sah es eher nach Mittelfeld aus." Das dürften Verantwortliche und Fans der Bremer gerne gehört haben.

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