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BVB-Boss Watzke spricht sich deutlich gegen den brisanten Antrag des FC St. Pauli aus und ist sicher, dass dieser keinen Erfolg haben wird - aus juristischen und moralischen Gründen.

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund hat sich deutlich gegen den vom FC St. Pauli eingebrachten Antrag ausgesprochen, Werksklubs von der Verteilung der TV-Gelder und der Gruppenvermarktung auszunehmen.

"Ich halte den Vorstoß für überhaupt nicht zielführend, er scheint mir ehrlich gesagt ein bisschen sehr unintelligent", sagte Watzke beim Abflug des BVB zur Europal-League-Partie bei FK Krasnodar: "Das ist mir zu populistisch."

"Juristisch und moralisch nicht in Ordnung"

Zwar hatte sich auch Watzke in der Vergangenheit "für eine verursachungsgerechte Verteilung der Fernsehgelder stark gemacht", nun weist er aber auf einen entscheidenden Unterschied hin.

"Das hieß nicht einmal im Ansatz, dass man verschiedene Klubs ganz ausgrenzt", stellte Watzke klar und ergänzte: "Das geht doch überhaupt nicht. Zuerst einmal ist das juristisch nicht in Ordnung, es ist aber auch moralisch nicht in Ordnung. Denn irgendeinen Beitrag - wenn auch nicht den größten - liefern diese Klubs auch zur Bundesliga."

St. Paulis Antrag an die DFL sieht vor, dass Vereine, die die 50+1-Regel umgehen dürfen, komplett von der Verteilung der Einnahmen aus der Fernsehvermarktung sowie der Gruppenvermarktung (adidas-Ligaball, Hermes-Ballbote, Krombacher) ausgeschlossen werden.

Bayern begrüßt St. Paulis Vorstoß

Konkret würde das vier Klubs betreffen: Bayer Leverkusen und den VfL Wolfsburg als 100-prozentige Töchter der Konzerne Bayer bzw. Volkswagen, die TSG 1899 Hoffenheim unter Mäzen und Mehrheitseigner Dietmar Hopp sowie Hannover 96, wo Präsident und Geldgeber Martin Kind nach 20 Jahren an der Spitze sein Engagement ausweiten könnte.

Ausgerechnet beim FC Bayern begrüßte man den Vorstoß von St. Pauli. "Mir war das zuletzt ein bisschen zu viel an Solidarität. Es ging nicht mehr um den Wert, den jeder Klub darstellt - unter anderem Bayern München. Deshalb bin ich nicht unglücklich, dass Rettig den Antrag gestellt hat", sagte Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, der den Antrag Rettigs zur Dezentralisierung der TV-Vermarktung als "überfällig" bezeichnete.

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