vergrößernverkleinern
FBL-GER-BUNDESLIGA-BERLIN-LEVERKUSEN
Leverkusens Verteidiger Sebastian Boenisch sah schon nach 17 Minuten die Rote Karte © Getty Images

Nach der Niederlage bei Hertha BSC hadert Bayer Leverkusen mit der Roten Karte gegen Boenisch. Vor dem Spiel gegen Barcelona wirkt Trainer Schmidt ratlos.

Abgestürzt ins triste Mittelmaß, geschwächt durch einen Platzverweis nach einem "Pipifax-Foul" - und ausgerechnet jetzt kommt der FC Barcelona mit Lionel Messi: Bayer Leverkusen trifft es richtig hart. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan)

Das 1:2 (1:1) bei Überraschungsteam Hertha BSC hat die Krise des Werksklubs vor dem nahezu aussichtslosen "Alles-oder-nichts"-Spiel am Mittwoch (ab 20.15 Uhr im LIVETICKER bei SPORT1) in der Champions League gegen Titelverteidiger Barca verschärft. (Roger Schmidt stellt sich am Sonntag ab 11 Uhr im Volkwagen Doppelpass)

Selbstvertrauen im Keller

"Es wäre ein Wunder, wenn wir gegen Barca gewinnen", sagte Bayer-Profi Hakan Calhanoglu ehrlich. Das Selbstvertrauen der Spieler ist bei nur einem Sieg aus den vergangenen sieben Pflichtspielen wie weggeblasen.

Sportchef Rudi Völler glaubt dennoch fast trotzig an die Minimal-Chance auf den Einzug ins Achtelfinale der Königsklasse: "Wir werden versuchen, Barcelona ein Bein zu stellen. Und ich bin mir ganz sicher, dass ein Champions-League-Schiedsrichter bei so einem Foul keine Rote Karte zeigt..."

Völlers ironischer Kommentar galt dem Unparteiischen Robert Hartmann, der Bayers Linksverteidiger Sebastian Boenisch gegen Berlin nach einem zwar harten, aber nicht wirklich brutalen Foul gegen Hertha-Youngster Yanni Regäsel früh vom Platz (17.) gestellt hatte. (DATENCENTER: Tabelle)

Völler beschwert sich

"Man kann sagen: Das war blöd, das hätte man eleganter lösen müssen. Aber man kann doch nicht nach 20 Minuten für so ein Pipifax-Foul eine Rote Karte geben", echauffierte sich Völler.

Auch Boenisch verstand die Welt nicht mehr. Er fand es höchst unsportlich, dass Regäsel "sich auf dem Rasen wälzt, als hätte ich ihm das Bein gebrochen". Der Schiedsrichter habe zunächst Gelb geben wollen. "Aber er hatte sich von den Hertha-Spielern beeinflussen lassen", beschwerte sich der Abwehrspieler.

Kurioserweise spielte Bayer mit einem Mann weniger etwas besser, Torjäger Javier Hernandez (29.) konnte sogar die Hertha-Führung durch Vladimir Darida (7.) ausgleichen.

Doch eine Unachtsamkeit bei einer Ecke nutzte John Anthony Brooks zum 2:1-Siegtreffer (60.) für die Herthaner, die sich aus den Europapokal-Plätzen einfach nicht verdrängen lassen. Als Belohnung gab es von Trainer Pal Dardai am Sonntag trainingsfrei.

Fans dürfen träumen

Das Träumen von der Rückkehr auf die internationale Bühne überlassen die Berliner Spieler aber den Fans. Kapitän Fabian Lustenberger beugte sich in der Interviewrunde nach dem Spiel betont deutlich zu den Mikrofonen herunter und sagte laut und klar: "Das ist nur eine Momentaufnahme!" Das Ziel bleibe weiterhin, "40 Punkte zu sammeln."

Leverkusen hat mit seiner teuren Mannschaft deutlich größere Ambitionen, der Abstand zu den Champions-League-Plätzen ist jedoch bereits groß. "Wir haben einfach zu wenig Punkte. Wir hinken in der Liga hinterher, ganz klar", sagte Völler und forderte: "Wir müssen einfach eine Aufholjagd starten."

Schmidt sucht verzweifelt Lösungen

Sollte das bis zum Ende der Hinrunde nicht gelingen, dürfte auch Roger Schmidt wackeln. Seit Wochen erreicht kaum ein Bayer-Profi seine Normalform, der Coach wirkt zunehmend ratlos.

Doch Völler sah nach der Hertha-Pleite die Schuld woanders. Eine Aufholjagd gelinge nur, "wenn wir nicht permanent jemanden vom Platz gestellt bekommen".

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel