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München - Die Telenovela des Jahres steuert auf ihr dramatisches Finale zu. Pep Guardiola verkündet seine Entscheidung. Was Bayerns Trainer jetzt machen kann.

Spätestens am Wochenende soll endlich Gewissheit herrschen. Im Moment sieht es sogar so aus, als ob schon vor dem letzten Hinrundenspiel in Hannover Klarheit über die Zukunft von Pep Guardiola herrschen könnte.

Medien in Spanien und England berichten bereits, die Entscheidung für einen Abschied sei gefallen. Mit Nachfolger Carlo Ancelotti soll sich der FC Bayern gar schon einig sein.

Dagegen geben sich die Verantwortlichen in München (noch) unwissend-optimistisch.

SPORT1 blickt auf Guardiolas Optionen.

1. Premier League

Guardiola hat sich geschworen, sich nie wieder zu einem neuen Vertrag überreden zu lassen. "Er hat immer klar die Idee vertreten, dass Zyklen einen Anfang und ein Ende haben. Wir sprechen von drei, maximal vier Jahren", sagte Guardiolas Biograf Guillem Balague zu SPORT1. "In Barcelona ist er vier Jahre geblieben, aber wenn er es noch einmal entscheiden müsste, würde er das vielleicht nicht mehr so machen."

Ein weiteres Jahr in München brächte noch mehr Druck, wenn er nicht in dieser Saison die Champions League gewinnt. Und wohl schon sehr bald Fragen, ob er nicht doch auch darüber hinaus weitermachen könnte.

Pep Guardiola (r.) soll angeblich Manuel Pellegrini bei Manchester City beerben
Pep Guardiola (r.) könnte Manuel Pellegrinis Nachfolger bei Manchester City werden © Getty Images

In England kann er sich die Arbeitgeber fast frei aussuchen: Manchester City würde wohl jederzeit Manuel Pellegrini rauswerfen, wenn Guardiola ein entsprechendes Zeichen gäbe. Bei United ist er der erste Kandidat auf die Nachfolge von Louis van Gaal.

Arsenal war ebenfalls schon häufiger als mögliches Ziel zu hören. Mit Arsene Wenger, dem aktuellen Trainer der Londoner, versteht sich Guardiola prächtig.

Und auch Chelsea würde auf ihn warten, selbst wenn die Londoner Jose Mourinho noch unter der Saison entlassen.

Inzwischen gilt es als gesichert, dass sich Guardiola intensiv mit einem Wechsel auf die Insel beschäftigt. Dazu passt eine aktuelle Meldung aus England. Der spanische Trainer des FC Middlesbrough, Aitor Karanka, berichtete dem Mirror von einem Treffen mit dem Bayern-Coach im vergangenen Monat. Bei der Gelegenheit habe Guardiola alles über den englischen Lebensstil wissen wollen. 

"Er hat mich über die Premier League gefragt, das Land - all das. Für ihn wäre es gut hierher zu kommen und eines Tages wird er kommen. er ist ein großartiger Trainer", sagte Karanka der Zeitung.

2. Sabbatical

Etwas schwieriger würde es, wenn Guardiola erst 2017 wieder ins Geschäft einstiege. Doch auch dann ließe sich sicher eine Lösung finden für den begehrtesten Trainer der Welt.

Guardiola verließe München nicht aus plötzlicher Abneigung gegen den FC Bayern, sondern weil er etwas Neues braucht. Das kann auch ein Jahr Pause sein, wie schon 2012.

Nur weil sich jetzt alle Topvereine in England nach ihm sehnen, muss er noch lange keinem dieser Rufe folgen. Dafür ist seine Position viel zu stark: Er kann sich locker weitere Monate exklusiv für seine Familie leisten.

3. Und sonst?

Ein Jahr Pause würde auch zu seinem weiteren Plan passen. Danach könnte er wieder für drei Jahre einen Verein übernehmen und sich dann der Weltmeisterschaft 2022 widmen.

Laut Balague ist einer von Guardiolas Wünschen, irgendwann auch zu seinem Ex-Verein Brescia Calcio zurückzukehren, "aber ich glaube nicht, dass er die nächsten Jahre schon verplant hat".

Spanish soccer star Josep Guardiola (L)
Guardiola unterschreibt 2003 beim katarischen Klub Al-Ahli © Getty Images

Gastgeber Katar will ihn als Nationaltrainer, seit seiner zwei Jahre als Spieler dort hat Guardiola beste Kontakte an den Golf.

In einer BBC-Talkshow wurde jetzt eine neue Variante ins Spiel gebracht: Erst geht er zu Manchester United, bekommt danach den Job bei der brasilianischen Nationalmannschaft. Diese hätte er bereits 2014 bei deren Heim-WM trainieren können, aber angeblich abgelehnt.

Und auch andere wirtschaftsstarke Topklubs würden sich sicher um Guardiola bemühen, allen voran Paris St. Germain.

4. Doch bleiben

In München kann er in seinem Luxus-Apartment nahe des Hauptbahnhofs mitten in der Stadt leben. In Manchester etwa ginge das kaum, zumindest nicht auf dem Niveau. Das kann ihm Bastian Schweinsteiger wohl bestätigen.

Das entscheidende Gespräch mit Karl-Heinz Rummenigge steht noch an, womöglich sogar erst nach dem Hannover-Spiel. Dass bis jetzt keine Entscheidung verkündet wurde, kann man auch als Zeichen dafür werten, dass es noch keine endgültige Entscheidung gibt.

Ottmar Hitzfelds Argument trifft es wohl nicht ganz, der sagte: "Ich vermute, dass Pep Bayern verlässt, weil Manchester City den Geldhahn weiter aufdreht."

Dann hätte Guardiola schon 2013 bei City unterschrieben, das schon damals verschiedenen Berichten zufolge ein höheres Angebot abgab als die Münchner. Wichtiger als Geld sind ihm die Perspektive und da ist der FC Bayern aktuell allen Teams aus der Premier League gegenüber klar im Vorteil. Und genauso wichtig: Das richtige Gefühl und das Glück seiner Familie.

Immerhin hatte Guardiola kürzlich erklärt: "Die Stadt ist Wahnsinn. Ich liebe sie. Ich bin sehr zufrieden. Meine Familie auch."

Vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung für den FC Bayern.

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