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Hamburg - Augsburg schließt das erfolgreichste Jahr seiner Historie ab und befreit sich aus der Abstiegszone. Nach dem Sieg in Hamburg geht der Blick schon Richtung Jürgen Klopp.

Markus Weinzierl hatte es eilig. Nach dem perfekten Abschluss eines "sensationellen Jahres 2015" wollte der Trainer des FC Augsburg auf keinen Fall die Weihnachtsfeier verpassen.

"Hamburg ist zwar eine schöne Stadt, aber wenn ich hier bleibe, müsste ich alleine feiern. Und das will ich nicht", sagte der 40-Jährige nach dem 1:0 (0:0)-Sieg beim Hamburger SV.    

Also fasste sich Weinzierl bei den Interviews kurz, um den Mannschaftsflieger zu erwischen. Doch er nahm sich die Zeit, seinen Profis für den Schlussspurt am Ende einer aufregenden Hinrunde zu danken.

"Riesenkompliment an jeden Einzelnen"

"So einen Turnaround hinzulegen, ist ein Riesenkompliment wert an jeden Einzelnen, der daran beteiligt war", sagte er: "Alle haben sich die Feier verdient."    

Auch Sportchef Stefan Reuter schwärmte in höchsten Tönen von seinem Team, das in den vergangenen fünf Liga-Spielen 13 Punkte sammelte, sich aus der Abstiegszone befreite und in der UEFA Europa League im kommenden Jahr die größten Spiele der Vereinsgeschichte bestreiten darf. Gegen den FC Liverpool. Gegen Jürgen Klopp.

"Wenn du weiter so zusammenstehst und immer an dich glaubst, wirst du irgendwann belohnt", sagte Reuter: "Es war der Wille, dass wir uns geschlossen aus der schwierigen Situation befreien wollten. Das hätte uns kaum jemand zugetraut."

Team befreit sich nach und nach

Im Duell beim HSV befreite sich das Team um Kapitän Paul Verhaegh auch nach und nach und aus der anfänglichen Umklammerung der Hanseaten und kratzte schon vor der Halbzeitpause bei zwei Aluminiumtreffern von Dong Won Ji (32.) und Markus Feulner (40.) an der Führung.

Der entscheidende Treffer blieb jedoch dem kurz zuvor eingewechselten Jan Moravek vorbehalten, der in der 76. Minute eine Vorlage des fleißigen Raúl Bobadilla per Kopf nutzte. "Der Sieg war verdient", betonte Verhaegh.   

Mit nun 19 Punkten geht der FCA laut Weinzierl "definitiv beruhigt" in die Winterpause, die Tendenz zeigt klar nach oben. Und die anstehenden Duelle mit Liverpool - das Hinspiel steigt am 18. Februar - zaubern den Verantwortlichen ohnehin schon jetzt ein Lächeln ins Gesicht.      

Reuter schwärmt

"Da steht ganz Augsburg kopf", sagte Reuter. Wer die Reds am traditionellen Boxing Day (26. Dezember) in der Premier League beobachten wird, ist noch nicht klar. "Wir streiten uns darum", sagte Weinzierl - und strahlte übers ganze Gesicht. Beim HSV herrschte dagegen Katerstimmung.

"Die Punktausbeute und der Tabellenplatz sind zu wenig für mich", sagte der starke Torwart René Adler. "Wir sind alle leer", meinte Lewis Holtby.

Und auch Trainer Bruno Labbadia zeigte sich enttäuscht am Ende eines "unfassbar emotionalen" Jahres, in dem der HSV im Sommer nur knapp dem ersten Abstieg entgangen war. "Ich möchte mich bei den Menschen in Hamburg bedanken", schloss der 49-Jährige: "Wie sie uns unterstützt haben, war außergewöhnlich."

© SPORT1
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