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Hamburg - Stabil, aggressiv, erfolgreich: Mainz 05 mausert sich mehr und mehr zu einem Europacup-Kandidaten. In Hamburg sticht vor allem Jairo Samperio mit einem Doppelpack heraus.

Mit ein paar Brocken Englisch, der Hilfe eines Übersetzers und lebhaftem Einsatz von Händen und Füßen erklärte "Sitzfußballer" Jairo Samperio sein artistisches Meisterstück.

"So ein Tor habe ich noch nie geschossen", sagte der Spanier von Mainz 05 über seinen spektakulären Führungstreffer beim 3:1 (1:0) beim Hamburger SV.

Vor den Augen von HSV-Idol Uwe Seeler, der für seine unglaublichen Tore berühmt war, hatte Sampeiro den Ball im Liegen per Seitfallzieher über Torhüter Jaroslav Drobny hinweg ins Netz gelupft (16.).

© SPORT1

Zwei Tore und ein Assist

Im Volksparkstadion sorgte der 22-Jährige beinahe im Alleingang für den siebten Saisonsieg der Mainzer.

Sampeiro traf auch zum 2:0 (51.) und assistierte zudem Christian Clemens vor dem 3:0 (76.). Der Anschlusstreffer von Johan Djourou (90.) spielte keine Rolle mehr.

"Die Mainzer Führung fiel zu einem Zeitpunkt, als wir dran waren", sagte HSV-Trainer Bruno Labbadia: "Wir sind wirklich sehr enttäuscht."

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Mainz kratzt an der Europa League

Völlig konträr war die Stimmung bei 05-Trainer Martin Schmidt, der seinem Energiebündel Samperio ein großes Lob aussprach. "Er hat seinen Stammplatz zementiert, ist ein williger und guter Junge", meinte der Schweizer, der insgesamt von einer "richtig guten Phase" seiner Mannschaft sprach.

Fünf Spiele in Serie sind die Mainzer nun ungeschlagen, kratzen mit 23 Punkten nach 15 Spielen an Europa-League-Platz sechs und zeigen sich gereift. Dennoch wiegelte Sxchmidt ab:

"Nach 15 Spielen denken wir nicht an die Qualifikation für die Europa League. Wir müssen gucken, wie weit der Abstand nach unten ist. Je größer der Abstand ist, umso sicherer stehen wir. Das ist der Fokus und unsere Sichtweise."

"Beste Halbzeit der Saison"

Gleichwohl war sein Chef hochzufrieden. "Fußballerisch war die zweite Halbzeit vielleicht die beste der Saison", sagte Manager Christian Heidel hochzufrieden.

Sportlich läuft es rund bei den 05ern, Unruhe könnte im Winter jedoch durch die weiter ungeklärte Zukunft von Heidel entstehen.

Der 52-Jährige, der seit 23 Jahren die Geschicke in Mainz leitet, wird heftig von Schalke umworben und soll dort spätestens am Saisonende Nachfolger von Horst Heldt werden. Als Nachfolger bei den Rheinhessen wird bereits Hannovers Ex-Sportdirektor Dirk Dufner gehandelt.

Jairo Sampeiros großer Auftritt in Hamburg rückte das Mainzer Dauerthema aber erstmal in den Hintergrund.

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